Eva Zils

Absolventa vergibt Stipendien an Studenten und Absolventen

Lobenswerte Initiative: Die auf Hochschulabsolventen spezialisierte Jobbörse und Bewerberdatenbank Absolventa vergibt Studenten und Absolventen ein Stipendium im Wert bis zu 25.000 €. Finanziert wird das Ganze in Kooperation mit „namhaften Sponsoren aus der Wirtschaft“. Dazu wurde der gemeinnützige Verein ABSOLVENTA e.V. gegründet.

Und so geht’s: Jeder Student und/ oder Absolvent kann sich ab 10.11. online bewerben. Die Bewerbungen werden auf Ernsthaftigkeit überprüft und im zweiten Schritt wird von den Bewerbern ein Motivationsschreiben mit der Angabe des gewünschten Betrags verlangt. Das Auswahlverfahren verläuft „rein demokratisch“, denn die glücklichen Stipendiaten werden von Studenten und Absolventen per E-Mail-Abstimmung gewählt.

Jetzt bin ich ja bei Internet- bzw. E-Mail-Abstimmungen immer ein wenig skeptisch, vor allem wenn es heißt, dass die Stipendiumsvergabe demokratisch verläuft. Denn was geschieht, wenn ein Bewerber eben einfach mehr Bekannte und Freunde mobilisieren kann, die für ihn abstimmen als ein anderer? Ok, das ist quasi wie beim Wahlkampf und den darauffolgenden Wahlen, die ja rein theoretisch ebenfalls demokratisch ablaufen. Aber hier geht es ja nicht um das Weiße Haus, sondern um einige Euro für bedürftige Studenten.

Also habe ich bei Pascal Tilgner nachgehakt und erfahren, dass sämtliche E-Mailadressen auf ihre Gültigkeit überprüft werden, dass die Wahllaufzeit sehr lange laufen soll, damit der eigene Freundeskreis nicht so sehr ins Gewicht fällt und dass Anwärter den gewünschten Betrag einem bestimmten Projekt zuordnen sollen, damit der Wunsch nach finanzieller Unterstützung plausibel gemacht wird. Klingt gut. Ich möchte positiv denken und gehe davon aus, dass die Studenten so ehrlich sind und die Finanzspritze für das jeweilige Projekt auch tatsächlich nutzen.

Ich habe Pascal vorgeschlagen, eine Kommission zu berufen, die den oder die Gewinner benennen. Das halte ich für sinnvoll und durchaus demokratisch(er). Die E-Mail-Meinungen können ja in die Gesamtbewertung mit einfließen.

6 Kommentare

  • Pascal sagt:

    Hallo Eva,
    danke für den Artikel und die Anregungen, die uns helfen werden bei unserer ersten Stipendienvergabe wirklich ein demokratisches Stipendium zu verleihen. Wir werden den von Dir erwähnten Wahlkampf fördern und viele objektive Wähler hinzuziehen, so dass die Fairness gewahrt bleiben wird!
    Viele Grüße,
    Pascal

  • Thomas sagt:

    Studium gibt es auch zu verschenken bei unsererem Partner STUDILUX :-)

    http://www.studium-zu-verschenken.de/

  • Ich habe aber leider auch die Erfahrung gemacht, dass auch Kommissionen nichts bringen. Obwohl ich sehr viel Qualifikationen erwerben konnte und das österreichische Bildungswesen an mir sehr gut verdient, wurde ich nicht Bildungschampion (da wurden offenbar die von Bildungseinrichtungen Nominierten gepusht, die dem “richtigen Personenkreis” angehörten, die aber nicht annähernd so viel vorzuweisen hatten wie ich. Bei der Bewerbung um den “Österreichischen Fernschüler des Jahres” habe ich mir eine mehr als unhöfliche Abfuhr geholt, weil sie die Bildungseinrichtung nicht akzeptieren, obwohl sie die gesetzliche Zulassung hat.
    In Deutschland, das muss ich lobend hervorheben, kann ich mich im Gegensatz zu meinem eigenen Land zwar einer breiten Öffentlichkeit über das Internet präsentieren, aber die Preise werden praktisch nur an Deutsche vergeben.
    Ich habe daher bei absolventa auch mit keinem Stipendium ernsthaft gerechnet, immerhin gehörte ich zu den 534 (von über 4500) die zur Endrunde zugelassen wurden.

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