Eva Zils

Arbeitsagentur 2.0 – Monster schließt Vertrag mit britischem JobCenter

Marcus hatte damals schon beinahe recht, als er Monster als Arbeitsagentur 2.0 gebrandmarkt hatte: Monster hat eine neue Umsatzquelle aufgetan und hat mit dem britischen staatlichen Department for Work and Pensions (DWP) einen 4-Jahres Vertrag über die Nutzung seiner 6Sense Technologie (semantische Such-/Matching) abgeschlossen. Das System wird ab Herbst 2012 laufen und wird sowohl für die Job Posting als auch die Datenbank Services eingesetzt. Zur Erinnerung: 6Sense wurde 2008 mit dem Kauf der Firma Trovix erworben.

Monster erschließt sich damit neue, interessante Märkte, nämlich die staatlichen Arbeitsämter. In Großbritannien setzte Monster damit immerhin knappe 25 Millionen Euro um (GBP 20,4), was von Monster als “the largest single agreement in Monster’s salary” bezeichnet wurde. Die britischen JobCenter werden damit modernisiert und sollen neben den auf der eigentlichen Plattform veröffentlichten Jobs auch noch freie Stellen von kommerziellen Jobbörsen und Firmenwebseiten anzeigen. Ein ambitioniertes Projekt, das es dem britischen Arbeitsamt ermöglichen soll, einen genauen Einblick in die Arbeitsmarktlage zu bekommen -> klingt so, als könnte das ein geglückter virtueller Arbeitsmarkt in UK werden.

Monster bemüht sich um weitere Projekte dieser Art in Europa. Erfahrung haben die Amis damit bereits, denn sie haben über viele Jahre hin die technische Seite des US Office of Personnel Management (OPM) und deren staatliche Jobbörse USAjobs betrieben, bis der Vertrag 2010 nicht mehr verlängert wurde, weil die Regierung beschlossen hatte, das Projekt alleine zu stemmen (was dann so richtig in die Hose ging).

[UPDATE, März 2014] – Der Vertrag zwischen Monster und der britischen staatlichen Arbeitsvermittlung wird bereits gelöst, obwohl er noch bis 2016 laufen sollte. Die neue staatliche Jobbörse, Universal JobMatch, wird geschlossen, weil zu viele SPAM-Jobs wild veröffentlicht worden sind. Das Versagen liegt weniger an Monster, sondern eher am britischen Staat, welcher sich nicht gegen möglichen SPAM schützen lassen wollte.

Stellt sich nur die Frage, ob die kommerziellen Jobbörsen sich damit nicht irgendwann selbst das Wasser abgraben und eben einfach nur noch ihre Technologie verkaufen.
Wann können wir in Deutschland mit der Arbeitsagentur 2.0 also rechnen?

Wo wir gerade von UK sprechen: totaljobs kooperiert mit BranchOut und stellt sich damit international breiter auf.

1 Kommentar

  • Ist der Weg von Monster sinnvoll und auch in Deutschland vorstellbar?

    Ein klares Jaein…

    Aus der Sicht von Monster ist es sehr sinnvoll seine Technologie zu verkaufen, wenn man dadurch in neue Märkte kommt. Dann sind auch keine Kannibalisierungseffekte zu erwarten.

    Jedoch glaube ich nicht, dass man in Deutschland schon offen genug ist, um eine Kooperation mit Monster einzugehen.

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