Im November brachte die Bernhard Hodes Group ein meiner Meinung nach äußerst interessantes Website Plugin heraus, den Social JobMatcher. Dieses Plugin wird in die bestehende Firmen HR-Site integriert und wird selbstverständlich dem Corporate Layout angepasst. Dank dieser Webapplication können sich Bewerber mittels ihrer Social Media Logindaten (bisher werden Facebook und LinkedIn-Profile unterstützt) in ein dahinter stehendes Talent Management System einloggen. Die in den Sozialen Netzwerken hinterlegten Daten des Kandidaten werden vom System ausgelesen und mit passenden Jobangeboten verglichen. Der Nutzer erhält für sein Profil passende Stellen angezeigt oder er bekommt neue Jobs als Direktnachricht zu einem späteren Zeitpunkt vorgeschlagen. Bewerber können diese Jobs wiederum in ihrem Netzwerk verteilen.
Klingt alles ziemlich mächtig, wobei Unternehmen, die dieses Plugin nutzen möchten, natürlich eine ordentliche Social Media Präsenz aufweisen sollten. Auch wenn diese für die Nutzung des Tools anscheinend unerheblich ist (im Artikel wird jedenfalls nicht auf eine obligatorische Facebook Page oder LinkedIn Unternehmensseite hingewiesen), erscheint mir eine professionelle HR-Social Media-Strategie in dem Augenblick als eine Pflicht.
Ich nehme an, dass die Nutzer von LinkedIn sich am ehesten mit ihren Profildaten anmelden werden. LinkedIn ist ein Businessnetzwerk in dem die Mitglieder ihre Seite zu einem beruflichen Zweck pflegen. Bei Facebook bin ich skeptisch.
Es fragt sich jedoch, ob – zumindest in Deutschland – datenschutzrechtliche Bedenken angebracht sind. Hat zum Beispiel ein Kandidat, der sich mit seinen LinkedIn-Anmeldedaten im Bewerbermanagemensystem eingeloggt hat, die Möglichkeit, sein Profil zu deaktivieren? Kann er seine Job-Alerts ausschalten?
Andererseits, und hier liegt wohl die Power des Plugins, könnten – zumindest theoretisch – Bewerberdatenbanken mittels solcher Verbindungen zu Bewerberdaten in sozialen Netzwerken ohne größeres Zutun der Kandidaten stets auf dem neuesten Stand gehalten werden. Die aktuellen Daten werden einfach automatisch in das Karriere-System des Unternehmens hineingezogen. Ist vielleicht einfach ein Hirngespinst meinerseits, aber technisch bestimmt umsetzbar – wenn nicht bereits Realität. Und ob das dann dateschutzrechtlich legal ist?
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