Interessante Thesen, die die WUV-Redakteure in ihrem Beitrag “Die Web 2.0 Party ist vorbei” aufstellen: Scholz & Friends haben die Stelle des Social Media Directors gestrichen, und die WUV Journalisten schreiben, dass Social Media endlich dort angekommen ist, wo es hingehört: Der Hype ist vorbei, Social Media Prediger sind auf dem Abstieg, und das Thema gliedert sich bei den meisten social-network-affinen Firmen als weitere Disziplin im Kundenservice (Kundenbindung, Customer Care) ein.
Anstatt immer nur zu machen und tolle, kreative Inhalte zu posten, sollten Unternehmen doch einfach mal zuhören, postulieren van Rinsum und Zimmer und treffen damit den Nerv der schönen neuen sozialen Medienwelt: Monitoring ist eines der Zauberworte, aber auch einfach nur die Augen und Ohren offen halten. Oder, wenn man bereits im Voraus einschätzen kann, dass mit viel Gegenwind oder Kritik von Kundenseite gerechnet werden muss (wie beispielsweise aktuell bei dem Versicherer ERGO auf Facebook zu sehen), erst gar keinen Web 2.0-Kanal aufmachen.
Viele Kommunikationsspezialisten werden das mit Sicherheit als Vogel-Strauß-Taktik betiteln, jedoch kann eine mehr oder minder gut betreute Facebook Präsenz Pandoras Büchse öffnen. Das muss nicht sein, auch wenn die Diskussion von und mit (un)zufriedenen Kunden auf anderen Internetplattformen diskutiert wird und dem Unternehmen ebenfalls auf diese Weise schaden kann und wird. Bei Facebook, das haben inzwischen (bestimmt) alle Social Media Berater erkannt, entsteht sehr schnell eine Massendynamik, die nur sehr schwer aufzuhalten und einzudämmen ist.
Was hat das alles mit HR und Social Media Recruiting zu tun? Genau das gleiche, meiner Meinung nach. Hier möchte ich auf den sehr lesenswerten Artikel von Thorsten aufmerksam machen: Wer sich als Unternehmen nicht zu wenigstens 90 Prozent sicher ist, dass seine Mitarbeiter positive Dinge über ihren Arbeitgeber sagen würden, sind jegliche externe Personalmarketing Aktivitäten kontraproduktiv. Zuerst muss am internen Image gearbeitet werden. Social Media wären hier vollkommen fehl am Platz!
Ich denke, dass der Social Media Hype im Recruiting wie gewohnt noch nicht komplett 2012 abflauen wird – HR ist bekannterweise ein Spätzünder, wenn es um technologische Fortschritte geht. Von daher wird mit Social Media Recruiting in den kommenden 1-2 Jahren noch Geld zu verdienen sein – zumindest, was Workshops, Beratungen und Stellenangebote schalten auf XING oder LinkedIn angeht. XING hat erst kürzlich im Bericht der Quartalszahlen bekannt gegeben, dass die Sparte E-Recruiting um 60 Prozent zugelegt hat (und das ist der Grund, weshalb mir die heimliche, stille und leise “Kooperation” zwischen XING und Jobware einfach ein Rätsel bleibt – wozu??? Kann mir das jemand bitte erklären? Selbstverständlich anonym!). Es ist also noch Luft nach oben, vor allem, wenn die Wirtschaft wieder stärker anzieht und sich der Fachkräftemangel verstärkt.
Fazit: Für HR ist die Social Media Party (noch) nicht vorbei. Wie auch aus meiner Social Media Recruiting Studie 2011 ersichtlich, gibt es für Web 2.0 Maßnahmen noch Spielraum nach oben. Wenngleich man in den Ergebnissen nach wie vor eine Zurückhaltung gegenüber den neuen Medien wahrnehmen kann: Kein Budget, großes Interesse am Thema, nur wenige tatsächliche Umsetzungen, geringer Wissensstand in den notwendigen Abteilungen und eine Skepsis an der Effizienz der Tools.
Dennoch: Wägen Sie ab, ob Sie Ihre Firma wirklich in den sozialen Netzen platzieren möchten. Schätzen Sie mögliche Risiken ein und entwerfen Sie Szenarien, damit Sie im Ernstfall auf die Massendynamik und so genannte “Shitstorms” professionell reagieren können.
[...] Experten den Social Media Hype bereits als beendet erklären. jQuery(document).ready(function($) { [...]
[...] sich jetzt irgend jemand aufregt, nein, Social Media ist noch lange nicht tot. Im Gegenteil. Ich prophezeie dem Social Web noch eine lange Gesundheit. Irgendwann einmal wird es [...]
[...] und Eva Zils vom Online-Recruiting Blog nahm dies zum Anlass einen passenden Artikel zur Frage vom Ende der Social Media Recruiting Party zu stellen. Bitte beide Artikel genau lesen, zuhören und erst einmal über die Zukunft von Social [...]
Hier informiert Sie die Online Recruiting Beraterin Eva Zils über die neuesten E-Recruiting Trends, kommentiert das Geschehen rund um deutsche und internationale Stellenbörsen, berichtet über neue E-Recruiting Trends und sammelt in ihrem neuen Blog Social Media Recruiting alles Wissenswerte zum Thema Personalmarketing im Web 2.0!
Seit 2004 berät Eva Unternehmen bei der Auswahl der am besten geeigneten Internetmedien, um die qualifizierte Bewerber Zielgruppe anzusprechen.
Dieser HR-Blog besteht seit Juli 2007 und hat seitdem in der Branche seinen festen Platz mit einem guten Ruf. Nutzen Sie den großen Fundus an Informationen und nehmen Sie bei Fragen gerne Kontakt auf!
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Vorbei ist die web2.0 Partie natürlich nicht, aber dass die Kirche wieder in ihr Dorf gerückt wird, ist sinnvoll.
Die sozialen Netzwerke sind EIN Weg zur Kommunikation und keine neue Religion. Das gilt auch für Social-Recruiting und die Darstellung des eigenen Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber.
Allerdings bleiben die sozialen Netzwerke wichtig, denn jedes Untenernehmen muss sich darüber klar sein, dass im Netz über seine Produkte und darüber, wie es als Arbeitgeber ist oder sich umweltpolitisch verhält etc etc sowieso geredet wird.
Leichter zu reagieren ist es, wenn diese Diskussionen in einem Raum stattfinden, wo man sie mitbekommt, wo Unternehmensverantwortliche eben (leider z.T. auch falsch) reagieren können. z.B. eine eigene Representanz in den relevanten sozialen Netzwerken.
So oder so werden Unternehmen unter den Druck erhöhter Transparenz geraten – will sagen: nicht nur zu scheinen, sondern auch zu sein. Und das, so finde ich, kann viel Gutes bewirken, nicht nur aus Arbeitnehmer- bzw Bewerbersicht, sondern auch für engagierte Personaler und Recruiter.
“stille und leise Kooperationen” wenn es denn !nur! Xing wäre.
@Eva-Maria: stimmt, die Diskussion in virtuellen oder sonstigen Netzwerken und Foren über Arbeitgeber bleibt in Zeiten des Mitmachweb 2.0 nicht aus, kann nicht verhindert, aber gesteuert werden.
Ich finde trotzdem, dass in manchen Kanälen wie beispielsweise Facebook die Dinge recht schnell sehr hoch gekocht werden. Das muss sich nicht jeder antun, weil Facebook meiner Meinung nach bei “Shitstorms” eine Eigendynamik entwickelt, die irgendwann nur noch hetzerisch ist und total am Ziel vorbeigeht.
So etwas muss man sich als Unternehmen nicht unbedingt geben und daher die Chancen und Risiken im Voraus genau abwägen.
@Björn – spielen Sie damit auf das große Netzwerk von Jobware an? Andernfalls verstehe ich Ihren Kommentar nicht.
Hallo Eva,
ganz ehrlich – ich bin froh wenn die Social Media Party endlich vorbei ist und die Karawane der vermeintlichen Experten weiter zieht. Ich finde, dass sich bis jetzt nur ganz wenige Unternehmen, egal ob es um Produkt, Dienstleistung oder auch Arbeitgebermarke handelt, sich wirklich auf eine Kommunikation auf Augenhöhe mit den Kunden, Bewerbern oder auch den eigenen Mitarbeitern eingestellt hat, bzw. einlassen wollte. Es wird weiterhin kommuniziert was das Unternehmen bzw. die Agentur für toll und wichtig hält. Nur ganz wenige kommen auf die Idee ernsthaft zuzuhören was den Kunden/Bewerber/Mitarbeiter eigentlich interessiert, und wie man wirklich Zusatznutzen für diese Zielgruppen generieren kann. Denn nur darum geht es beim Dialog im Social Web. Hier geht es nicht um Image, sondern um eine kulturelle Veränderung in der Gesellschaft und in den Unternehmen. Dass sich die Agenturen da abwenden ist klar, denn solch ein Veränderungsprozess ist verdammt anstrengend, langatmig und der Spaßfaktor ist oft nur gering – also sind einige wohl einfach nur auf der falschen Party gelandet. Ich sehe übrigens Personal als Hüter der Unternehmenskultur und wenn sich eine Gesellschaft verändert, wie es augenblicklich der Fall ist, hat HR im Unternehmen die Verantwortung dem Rechnung zu tragen. Dies ist übrigens auch notwendig wenn man Prozesse aus sozialen Netzwerken ins Unternehmen tragen und nutzen will. Das Buzzword ist Enterprise 2.0.
Beste Grüsse,
Nina Kalmeyer