Jobbörsen in Frankreich

Inhaltsverzeichnis

Jobportale und Business Netzwerke in Frankreich

 

Entstehung der ersten Jobbörsen in Frankreich

 

In Frankreich tauchen die ersten Jobbörsen-Vorreiter im Jahre 1990 durch den Zusammenschluss einiger Personalberatungen auf. Diese veröffentlichten Stellenangebote über das in den 1970er-Jahren entwickelte und 1982 in Betrieb genommene System Minitel. 1996 geht daraus eine der heute führenden Jobbörsen, cadremploi, hervor.

 

Die französische Jobbörsen Landschaft

 

Die Welt der Jobportale ist in Frankreich sehr bunt und vielfältig: Nischenbörsen führen hier teilweise ein genauso gutes Dasein wie die „Großen“. Daher ist es unabdingbar, sich umfassend beraten zu lassen, um die geeigneten Online-Medien auszuwählen.

 

Preise

 

Die Anzeigenpreise können auf den ersten Blick als günstig erscheinen, jedoch ergeben sich schnell versteckte Kosten. In vielen Fällen muss neben der Rohanzeige, eine reine Textanzeige, jedes weitere „Add-On“ – Zusatzprodukt – gesondert bezahlt werden. Hierzu gehören beispielsweise das Hinzufügen des Firmenlogos, die Aktivierung eines Bewerbungslinks oder jede weitere administrative Region (eine Region ist in der Regel im Basispreis inklusive), in der die Anzeige erscheinen soll.

 

Wichtige gesetzliche Bestimmungen – „Loi Toubon“

 

Für eine Anzeigenschaltung in Frankreich gilt es, die so genannte „Loi Toubon“ zwingend zu beachten! Dieses Gesetz bezieht sich auf alle Formen von Werbeschaltungen, inklusive Personalwerbung, und beinhaltet die Richtlinie, dass alle Anzeigentexte in der französischen Sprache erscheinen müssen, sowohl on- als auch offline. Anglizismen oder englische Phrasen müssen in das Französische übersetzt werden. Manche Jobbörsen machen teilweise Ausnahmen und lassen eine englische Anzeigenvariante zu, wenn sich der Arbeitsort außerhalb Frankreichs befindet. Dennoch wird zumindest eine Teilübersetzung, zum Beispiel der Firmenbeschreibung, auf französisch verlangt.

 

Die staatliche Jobbörse in Frankreich

 

1997 werden die Internetseiten des französischen Arbeitsamtes (ANPE, seit 2008 pôle emploi) ins Netz gestellt und sukzessive mit einer Jobbörse ausgestattet. Die staatlich betriebene Jobbörse des heutigen pôle-emploi.fr (wie bereits sein Vorgänger) hat bei französischen Bewerbern einen recht guten Stand. Firmen setzen sie regelmäßig zur Personalsuche ein. Kurz vor dem Sommer 2013 kündigt „Pôle Emploi“ an, die Jobs 8 verschiedener kommerzieller Jobbörsen auf seinen Seiten zu führen. Wie sich die „virtuelle Arbeitsmarkt„-Kooperation auf den französischen Jobbörsenmarkt auswirken wird, bleibt abzuwarten.

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Weitere Jobbörsen in Frankreich:

 

Die APEC

Ebenso wichtig im Online Recruiting-Mix in Frankreich (aber auch für die Jobsuche!) ist das private Stellen- und Informationsportal der APEC (Association pour l’emploi des Cadres). Die Jobbörse der APEC gilt als eine der ersten Anlaufstellen bei der Jobsuche der so genannten französischen „Cadres“ (Führungskräfte). Das Portal wird zum einen durch Unternehmensbeiträge, die sich der Vereinigung angeschlossen haben, finanziert. Zum anderen entrichten ebenfalls die angestellten Führungskräfte einen Beitrag an diese Organisation. In Frankreich ansässige Firmen, die Mitglied der der APEC sind, können ihre Jobs kostenfrei auf der zugehörigen Jobbörse veröffentlichen. Alle anderen – auch ausländischen – Unternehmen bezahlen eine Anzeigengebühr.

Im November 2009 kündigt die Kader-Jobbörse der APEC eine Kooperation mit dem in Frankreich vorherrschenden Business Netzwerk Viadeo. Damit wird die vormalige Netzwerk-Partnerschaft der APEC mit LinkedIn aufgegeben. Letztere war erst im März 2008 bekannt gegeben worden.

 

Cadremploi, und der Übergang zu Figaro Classifieds

Die eingangs beschriebene Jobbörse cadremploi.fr war in ihrer Anfangszeit unter anderem im Besitz der Zeitungsgruppe „Le Figaro“. 2006 wird die Gruppe AdenClassifieds gegründet, in der die damalige Jobsuchmaschine (2011 wurde diese in eine Jobbörse umgewandelt) Keljob.com, das Immobilien Portal Explorimmo und cadremploi.fr zusammengefasst werden. Weitere Zukäufe werden getätigt. 2007 wird Keljob Nachfolger des durch Monster übernommenen emailjob.com im internationalen Jobbörsenverbund The Network. 2008 trifft cadremploi.fr ein exklusives Kooperationsabkommen mit The Network. Im selben Jahr wird ebenfalls Cadresonline samt Jobbörsen Netzwerk übernommen.

AdenClassifieds gehen 2007 an die Börse und können gute Gewinne erzielen. Nach und nach erhöht „Le Groupe Figaro“ seine Anteile an der Kleinanzeigengruppe und beschließt Ende 2010, alle Aktien zu erwerben und AdenClassifieds von der Börse zu nehmen. Im März 2011 wird die Gruppe in FigaroClassifieds umbenannt.

Im Oktober 2013 besiegelt FIGARO Classifieds eine sehr enge Partnerschaft mit Google ein und wird ein so genannter „Premium KMU-Partner“ für Stellen-, Immobilien und Weiterbildungsangebote.

Monster Frankreich

Die französische Monster-Präsenz wird im Jahre 1999 im Internet gelauncht. Monster gewinnt Marktanteile und positioniert sich von Anfang an als eine der führenden Jobbörsen in Frankreich. Jobpilot.fr existiert ebenfalls, kann sich hier jedoch nicht wirklich behaupten. Daher wird die Domain Jobpilot.fr nach der Übernahme durch Monster Worldwide im Jahre 2004 schon bald auf Monster.fr umgeleitet. 2005 wird einer der Mitbewerber, emailjob.com, durch Monster aufgekauft. Die an sich erfolgreiche URL wird ebenfalls kurz nach der Übernahme auf die Monster-Domain weitergeleitet.

Régionsjob

Ein wichtiger Anbieter von kommerziellen, privaten und vor allem regionalen Jobbörsen, Régionsjob.com, startet im Jahre 2000 in Rennes. Zunächst wird dieses Portal für die regionale Jobsuche im Südwesten Frankreichs unter dem Namen OuestJob.com ins Netz gebracht. Zu dieser Zeit ist die Internetnutzung in Frankreich generell eher schwach (8,5 Mio im Jahre 2000 vs. 52,2 Mio Mitte 2012 – knapp 80% der französisch Bevölkerung sind demnach heute online). Nach und nach werden weitere regionale Jobbörsen in das Angebot aufgenommen, Kooperationen mit Medien unterstützen die lokalen Maßnahmen.

StepStone Frankreich

Auch StepStone eröffnet eine Internetpräsenz in Frankreich, führt aber im Gegensatz zu Monster.fr und den nationalen Jobbörsen längere Zeit ein Schattendasein. Interessanterweise findet sich in dem von StepStone und totaljobs.com 2002 gegründeten internationalen Jobbörsenverbund „The Network“, in dem normalerweise alle StepStone Länderpräsenzen vertreten sind, nicht die französische StepStone-Seite. Hier werden zunächst emailjob.com (welches 2005 durch Monster akquiriert wird) und schließlich Keljob.com und cadremploi als Partner gefunden.

Ende 2007 beginnt StepStone sich um mehr Marktanteile in Frankreich zu bemühen. Axel Springer möchte sein Frankreich-Geschäft weiter ausbauen. Hierzu wird zunächst die französische Nischen-Jobbörse Sourcéa eingekauft. Kurz darauf wird ein bekanntes Gesicht der französischen Online-Recruiting-Szene als General Director StepStone France berufen: Valérie Vaillant. Im Juli 2008 übernimmt StepStone die LVE Gruppe mit weiteren Nischenseiten in den Bereichen Marketing, Technik und Office Management (v.a. Buchhaltung). Ende 2009 folgt eine weitere Übernahme mit dem jungen Ingenieurportal jobingenieur.com, das ebenfalls die Twitter-Jobsuchmaschine twitemploi und die Community Technicien.com betreibt.

Heute ist StepStone Frankreich zwar bekannter als noch vor einigen Jahren, ist aber nach wie vor nicht in der Top 5 der französischen Jobbörsen vertreten. Alle Anzeigen werden sowohl auf der „Mutterseite“ StepStone.fr als auch auf mindestens einer der Partnerseiten aus dem französischen Verbund.


Careerbuilder,

in den USA bereits ein Jobbörsen-Urgestein, gönnt sich schließlich 2007 einen eigenen Markteinritt in Frankreich. Bis dahin wurde Europa über Kooperationen abgedeckt. Jedoch werden in der Anfangsphase Stellenanzeigen von anderen Karriereseiten und Jobbörsen eingesaugt („gespidert“), um den eigenen Stellenmarkt zu füllen. Dies findet am Markt nur wenig Gefallen. 2008 übernimmt Careerbuilder den Betreiber mehrerer Nischen Jobbörsen, die Jobbörsengruppe „Les Jeudis„, um in Frankreich eine gute Marktposition zu besetzen.

Heute dehnen sich neben den traditionellen kommerziellen Jobbörsen zunehmend Jobsuchmaschinen und kostenfreie, bzw. „Freemium“-Anbieter wie beispielsweise Die Jobs-Sektion des Schibsted-Classified Portals LeBonCoin.fr oder auch Vivastreet aus. Die Statistiken entwickeln sich seit 2012 stets nach oben. Auch das neuartige Jobportal Qapa macht immer stärker von sich reden. Erst Mitte 2013 wird eine breite Kooperation mit der Jobbörse der staatlichen Agentur für Arbeit, pôle emploi, besiegelt. Sieben weitere Jobbörsen und Jobsuchmaschinen nehmen daran teil. Qapa stellt überdies den technischen Austausch bzw. die Übermittlung von Lebenslaufdaten zur Verfügung.

 

Multiposting.fr

Das ist noch nicht alles: Der französische MultiPosting-Software Anbieter Multiposting arbeitet seit Sommer 2013 an einem umfassenden Forschungsprojekt, mit dessen Hilfe Arbeitsangebot und -nachfrage passend zusammen gebracht werden sollen. Der Forschungsname lautet SONAR.

Multiposting.fr wird schließlich im Oktober 2015 von SAP successfactors übernommen.

In aktuellen Nutzer- und Traffic-Analysen holt aus dem Lager der Jobsuchmaschinen vor allem der US-amerikanische Aggregator indeed.fr auf.

Im Januar 2014 bekommt der französische Jobportal Markt Zuwachs: Das britische Jobsuchmaschinen Startup Adzuna launcht seine Website in Frankreich.
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