Eva Zils

Networken bis zum Umfallen und Denkanstöße – SMPC 2010 in München

Vergangenen Donnerstag fand in München die zweite Social Media Personalmarketing Konferenz in den Gemächern des Süddeutschen Verlags statt. Dieses Mal war ich live vor Ort und freute mich, neben den interessanten Beiträgen endlich einmal die Menschen hinter den bekannten Twitter- und Facebook-Konten persönlich kennen zu lernen.

In den Vorträgen, in denen direkt aus der Social Media Recruiting Praxis verschiedener Unternehmen (Media-Saturn, BMW, Allianz, SNT Deutschland GmbH und Siemens) berichtet wurde, wurde deutlich, dass mit gutem Willen, Durchsetzungsvermögen, Einfallsreichtum und mit Budgets in unterschiedlicher Höhe einiges im Sozialen Medien-Personalmarketing erreicht werden kann. Dennoch sind bisher diese Mühen von relativ verhaltenem Erfolg gekrönt – und das, obwohl sich der Hype rund um Facebook, Twitter, Web 2.0 & Co. gut hält und zum Trend mutiert. Es wird sich, denke ich, spätestens Mitte bis Ende des kommenden Jahres zeigen, ob die Personalgewinnung mittels Sozialer Netze wirklich einen Platz im effektiven Recruitingmix einnehmen wird. Bis dahin gilt es, die Aktivitäten weiter voran zu treiben, diese vor allem bei der Zielgruppe bekannt zu machen und die Erfolgsquote zu messen.

Eine der viel diskutierten Fragen des Tages war, nachdem der Autobauer Porsche seinen Mitarbeitern den Zugang zu Online Netzwerken gekappt hat, ob man die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz befürworten soll. Während viele Social-Media Evangelisten eine uneingeschränkte Nutzung im Büro für gut heißen, sehe ich das zusammen mit einigen (wenigen) Anderen eher kritisch. Hier ist kürzlich ein Artikel bei acquisa erschienen, den wir auf XING und Facebook aufgegriffen haben:

Eine weitere Frage, aufgeworfen von Job-Blogger und Betreiber der Jobbörse Spirofrog, Thomas Schulze, war: Wie reagieren Personalabteilungen, wenn Facebook beschließt, Gebühren für Unternehmensseiten zu erheben? Davon abgesehen, dass kaum jemand wirklich davon ausging, dass dies jemals geschehen könnte, regte diese Frage zum Nachdenken an. Ich fürchte, dass die Seiten dann schnell deaktiviert würden, sollte sich der Social Media ROI fürs Recruiting im nächsten Jahr nicht eindeutig bessern. Was meinen Sie?

Alles in allem war es eine tolle Networking-Konferenz mit Inhalten, die zum Diskutieren anregen. Ich bin gespannt auf die nächste und hoffe auf einige handfeste Zahlen, die Geschäftsführern und Personalleitern aufzeigen, dass Social Media ein Teil ihrer Personalmarketing Aktivitäten sein sollten.

2 Kommentare

  • Jo Diercks sagt:

    hallo eva, schöne zusammenfassung! es ist in der tat sehr nett, wenn man die “gesichter” hinter den twitter-namen auch mal in echt trifft und wie in unserem fall erstmalig persönlich kennenlernt. dein becher ist übrigens schon im einsatz :-)

    ach ja, der einwurf zu den kostenpflichtigen facebook-seiten kam übrigens von mir… stand soz. exemplarisch für die “risiken” die darin stecken, sich mit seiner unternehmens-/employer branding kommunikation einzig auf eine “fremde” plattform zu verlassen, die von heute auf morgen die spielregeln nach eigenem gutdünken ändern kann. etwaige kosten sind da nur ein beispiel. die nutzungsbedigungen, etwaige zensurvorgaben etc. sind andere… lg jo

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