Eva Zils

Sensationell! Facebook startet eine Stellenbörse

Jajaja, ich konnte der Ironie nicht widerstehen…
Immer wieder wurde spekuliert, wann und ob Facebook eine eigene Stellenbörse auf den Markt bringt, dies wurde von vielen gewünscht und dabei gleichzeitig auch gefürchtet und trotzdem für unwahrscheinlich befunden. Ja, wat denn nu?

Facebook startet angeblich eine Jobbörse, schreibt das Wall Street Journal (Sie erinnern sich, das waren die, die kürzlich ihre Finanzjobbörse FINS.com an Dice verkauft haben).

Bei genauerem Hingucken fällt aber auf, dass hier lediglich Jobs von Drittanbietern wie BranchOut, Work4Labs und Jobvite aggregiert und an irgendeiner Stelle (an welcher, das scheint noch nicht ganz klar zu sein) wieder ausgespuckt werden.

Also erst einmal langsam bitte, bevor sämtliche Social Media Adepten anfangen, hyperventilierend aus den Latschen zu kippen:

  • LinkedIn ist noch nicht tot und wird meiner Meinung nach selbst mit einer Facebook-integrierten-Jobsuchmaschine, die dann ja auch irgendwann mal die Jobs von StepStone (hehe) auf Facebook verbreiten wird, nicht aus der schönen neuen Online- und Social Media Recruiting-Welt verschwinden. LinkedIn ist für gepflegtes (Business und Job-) Networking, Facebook steht für privates Networking, und sollte dabei für einen Nutzer ein neuer Job herausspringen, why not. Ich denke, dass sich die Plattform Facebook viel besser für Mitarbeiterempfehlungprogramme eignet.
  • Traditionelle Jobbörsen: Keine Panik, so schnell wird das Pay-to-Post-Modell nicht verschwinden. Jedenfalls nicht so lange, wie es eine Nachfrage für kommerzielle Stellenanzeigenschaltungen gibt, und das wird in Europa noch eine Weile so sein.
  • Ob Facebook mit einer eigenen Jobbörse wirklich Geld machen möchte (und kann), wage ich zu bezweifeln. Das geschätzte globale Online Ad Spending für 2012 liegt bei 94,2 Mrd USD, der weltweite Online Recruiting Advertising Umsatz beträgt derzeit 4,3 Mrd USD. Facebook macht bereits mit seinen eigenen Ads 3,4 Mrd. USD pro Jahr (90 Prozent von 3,8 Mrd USD im Jahr 2011). Da im (Online) Recruiting Bereich, und vor allem mit Jobanzeigen nur sehr schwerlich (Leute, die Stellenanzeigen an Unternehmen verkauft haben, wissen das) und im Vergleich zu anderen Online-Werbekanälen (cf. 94,2 Mrd USD globales Online Ad Spending vs. 4,3 Mrd USD Online Recruitment Ad Spending) relativ wenig Geld gemacht wird, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass Facebook seiner “Jobbörse” Priorität geben wird, um ein paar Dollar mehr zu verdienen.

Von daher: Weitermachen! Business as Usual :-)

5 Kommentare

  • Sven sagt:

    Wenn die “Facebook-Jobbörse” oder auch “Facebook-Jobsuchmaschine” dann eine genauso “gute” Suche hat wie die jetzige “Facebook-Suche”, braucht sich sicher niemand einen Kopf machen. Dann wird mir am Ende zwar in der Werbung der rechten Spalte ein Job empfohlen, aber klickt da schon drauf.
    Finden wird man die Stellenanzeigen jedenfalls nicht, falls es nicht eine extreme Verbesserung der Suchergebnisse gibt. :)

  • Florian sagt:

    ich denke auch es ist alles halb so wild. allerdings glaube ich falls FB das richtig macht werden die portale (nicht die netzwerke) probleme bekommen!

  • Michael sagt:

    Wunderbar übergeleitet:
    “Also erst einmal langsam bitte, bevor sämtliche Social Media Adepten anfangen, hyperventilierend aus den Latschen zu kippen:”

    Manch ein Blogger und Zwitscherer sollte sich das zu Herzen nehmen und sich eine eigene, fundierte Meinung bilden.

  • EBI sagt:

    ….es steht jedenfalls fest, dass ich auch im klassischen eRecruiting Markt eine Veränderung anbahnt. Das “Pay-to-Post” Modell wird sich ändern, das ist absolut sicher! Gründe dafür gibt es reichlich. Das Nutzerverhalten ist stätig dem Wechsel der Möglichkeiten im WorldWideWeb angepaßt + die Entwicklungen im Mobile Recruiting stehen noch ganz am Anfang, die Möglichkeiten sind allerdings rießig. Sloting Modelle, Flatrates, Suchmaschinenanzeigen und und und….bringen soviel Veränderung, dass Monster, Stepstone und die meisten anderen betroffen sein werden. Active Sourcing wird gegenüber dem passiven Schalten einer Anzeige, immer wichtiger. Der Wandel läuft schon ganz aktiv und ist nicht aufzuhalten. Allerdings ist eine online Jobbörse nie ein Selbstläufer und die mehr als 300 MA bei Monster sind nicht nur aus Langeweile in Eschborn beschäftigt. FB wird ganz sicher kein solches eigenes Team in Deutschland installieren und deshalb kann FB den bestehenden eRecruiting Markt in Deutschland gar nicht mal einfach “so” ablösen…!!!

Trackbacks and Pingbacks

Kommentieren Sie (erfordert Freischaltung durch Admin)