Es soll ja Menschen geben, die den traditionellen, “Old School” Online Jobbörsen nicht zutrauen, in Zeiten von Facebook- und überhaupt Social-Media-Recruiting irgendetwas nur annähernd Innovatives auf den Markt zu bringen. Proaktives Recruiting, Direktansprache und “Headhunter” im eigenen Unternehmen sollen her und Bewerber mit neuen Kommunikationsmethoden umworben und in den Bann gezogen werden: Generation Y und “Digital Natives” verpflichten dazu. Stimmt ja auch.
In einem schönen, neuen HR-Wunderland wären Social Media und proaktives Recruiting denn auch beinahe das Nonplusultra. Wenn da nicht die altbekannte Trägheit des Menschen im Allgemeinen und die Technologie- und (hups) Kommunikationsträgheit vieler Personaler wäre. Ist halt nicht jedermanns oder -fraus Sache, kreativ zu sein oder den Telefonhörer in die Hand zu nehmen, um potenziell geeignete Kandidaten aus anderen Unternehmen abzuwerben (mal abgesehen von den rechtlichen Aspekten). Und manche HR-Leute haben schlichtweg keinen Bock zum Recruitieren. So einige Male hörte ich ein mehr oder minder gut kaschiertes “Nein, zur Zeit müssen wir zum Glück niemand Neues einstellen”. Personalsuche macht nicht jedem Personaler Spaß. Der Beruf in HR hat ja noch so einige andere Facetten und Aufgabenfelder, die Zeit-Kapazitäten binden.
In jenen Tagen – genauer gesagt im September – erstand die führende US-amerikanische Jobbörse Careerbuilder die Firma EMSI. Letztere sammeln große Datenmengen zu (leider ausschließlich US-) Arbeitsmärkten, Gehältern, Orten, an denen bestimmte Arbeitnehmer am besten und häufigsten aufzufinden sind, etc und werten diese aus.
Das ist für HR-Professionals (aber auch Business Entscheider) natürlich eine schöne Sache: Wo werden potenzielle neue Mitarbeiter gefunden, was bezahlt die Konkurrenz, und so weiter und so fort.
EMSI hat bereits im Vorfeld mit Careerbuilder zusammengearbeitet, als 2011 das “Supply & Demand” Portal gestartet wurde.
Werden die Daten intelligent eingesetzt, ist das ein Schritt in die richtige HR-Intelligence Richtung. Und das ist definitiv innovativ.
Schade, dass Careerbuilder so etwas in Deutschland (noch?) nicht anbieten kann. Das würde der Jobbörse helfen, sich hier besser zu etablieren.
In der Zwischenzeit gibt es für Deutschland natürlich das Analytics-Tool von Experteer oder aber auch LinkedIn Profildaten können einen Aufschluss zu einigen Fragestellungen geben. Inwieweit bei Experteer auch externe Quellen für Auswertungen eingesetzt werden, bleibt zu erfragen (das mache ich hiermit
). Bei LinkedIn handelt es sich jedenfalls um reine interne Daten, die für Deutschland nicht sehr aussagekräftig sind.
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