Eva Zils

Vermeintliche Stellenangebote eines Killers auf Craigslist

Der amerikanische Online Kleinanzeigenmarkt Craigslist hat sich in den letzten Jahren nie sonderlich mit Ruhm bekleckert: Er stand immer wieder im Mittelpunkt der Kritik, wenn es um Anzeigen von Prostituierten ging. Dann wurde letztes Jahr das Business mit Sex-Angeboten eingestellt. In den vergangenen 12 Monaten gelang es Craigslist jedoch, das 41 Mio Dollar Defizit, das durch die Aufgabe der Porno-Anzeigen entstand, dank eines Umsatzanstiegs von 48 Prozent im Recruitment Bereich wett zu machen.

Nun gibt es leider im Stellenangebote-Teil des US-Rubrikenmarktes negative Schlagzeilen: Ein kürzlich auf Craigslist veröffentlichtes Jobangebot für Bauern, die in Ohio ein Stück Land verwalten sollten, entpuppte sich als Falle. Die Bewerber sollten sich direkt auf einsames Stück Land – mit all ihren Habseligkeiten, damit sie sofort in die Dienstwohnung vor Ort einziehen können – begeben. Die traurige Bilanz ergibt bisher 1 Ermordeten, 1 Vermissten und einen Job-Kandidaten, der verwundet flüchten konnte. Es werden weitere Opfer vermutet, da eine der Bedingungen der Stellenausschreibung besagte, dass der Kandidat alleinstehend sein sollte. Darüber hinaus haben die Täter wohl an die 100 Bewerbungen erhalten. Die beiden Verdächtigen, ein 16-Jähriger Junge und ein 52-Jähriger Mann, befinden sich in Untersuchungshaft.

Das ist für Craigslist schlechte Publicity, zumal es vor zwei Jahren ebenfalls eine Mordserie gegeben hatte: Ein Student hatte gezielt auf Anzeigen von Prostituierten reagiert und diese dann umgebracht.

Ziemlich krass, dass kostenfreie Anzeigenschaltungen auf diese Weise missbraucht werden.

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