Was ist eine Online Jobsuchmaschine

Definition Jobsuchmaschine

 

Eine Jobsuchmaschine, auch „Job Aggregator“ genannt, gehört in die übergreifende Kategorie der Jobportale.

Jobsuchmaschinen sammeln anhand eines technisch entwickelten „Crawlers„, ebenfalls als „Spider“ bekannt, die im Internet gelisteten Stellenangebote ein und geben diese in Form von Verlinkungen auf die Quellseite auf einer eigenständigen Plattform, der Jobsuchmaschine selbst, wieder aus.

 

Ein direkter Unterschied zu den klassischen, kommerziellen Online Stellenmärkten besteht darin, dass bei einer Jobsuchmaschine mehr Jobs online zu finden, als bei Jobbörsen.

 

Der Jobanzeigen-Crawler sucht die im Internet vorhandenen Karriere- und Unternehmensseiten sowie Jobbörsen und teilweise auch andere Jobsuchmaschinen systematisch nach Jobs ab. Die gefundenen Stellenanzeigen werden auf der Jobsuchmaschinen Plattform gelistet, kategorisiert, rubriziert und auf die ursprüngliche Adresse (URL) im Web verlinkt. Dank der durch die Sammelaktion entstandenen immensen Menge an Jobs und mit Hilfe von intelligenter Suchmaschinen-Optimierung (SEO), positionieren sich Jobsuchmaschinen sehr gut bei Suchmaschinen wie z.B. Google. Die Zugriffszahlen auf die Anzeigen der Jobsuchmaschine steigen.

 

Damit fungiert eine Jobsuchmaschine als „Aggregator“ für Jobs und als Traffic-Generator für Firmen, die offene Positionen zu besetzen haben. Aber auch Jobbörsen profitieren von der hohen Reichweite. Daher kaufen sich Jobbörsen bei Jobsuchmaschinen Bewerber-Traffic ein und werten damit die eigene Anzeigen-Reichweite auf.

 

Das Geschäftsmodell von Jobsuchmaschinen basiert überwiegend auf dem so genannten CPC-Modell, dem Cost-per-Click: Klickt ein Bewerber auf eine Stellenanzeige in der Jobsuchmaschine und wird dadurch zu der vollständigen Anzeige auf der Unternehmensseite oder Jobbörse weitergeleitet, fällt ein gewisser Betrag (dieser liegt meistens im Cent-Bereich) an.

 

Ein Grundeintrag einer Firmen-Karriereseite, die Selbsteingabe von Stellenangeboten und das Aggregieren der Jobs sind je nach Business-Modell und Ausrichtung des Job-„Aggregators“ für personalsuchende Unternehmen kostenfrei. Um von einer stärkeren Reichweiten-Generierung durch Jobsuchmaschinen voll zu profitieren, ist es ratsam, das oben genannte Bezahlmodell („Premium Anzeigen“) in Anspruch zu nehmen, sofern dies für direkt ausschreibende Firmen angeboten wird.

 

Denn es gibt Jobsuchmaschinen, die ihre Services ausschließlich Jobbörsen oder anderen Jobsuchmaschinen anbieten. Hier ist es wichtig, diejenigen Portale zu eruieren, die eine direkte Job-Veröffentlichung zulassen oder nicht. Diejenigen Jobsuchmaschinen, die sowohl personalsuchende Firmen als auch Jobbörsen als Kunden akzeptieren, werden als „Hybrid-Modelle“ bezeichnet.

 

Inzwischen gibt es neue Anbieter, die über XML-Feeds die Jobs ihrer Kunden auch an die für direkte Arbeitgeber unzugänglichen Job-Aggregatoren zuführen: Diese Agenturen fungieren gleichzeitg als „Traffic“- Händler und verwalten Budget und Klick-Kampagnen.

 

Sehr oft lässt sich damit die Anzahl der verfügbaren Jobs in die Höhe treiben und die Jobsuchmaschine scheint besonders gut dazustehen. Ein Qualitätsmerkmal ist das jedoch nicht.
Jobsuchmaschinen, die ausschließlich Firmen-Karriereseiten absuchen und (kommerzielle) Jobbörsen außen vor lassen, gibt es viel seltener. Hier liegt in der Regel ein ganz anderes Geschäftsmodell zu Grunde.

 

Unternehmen müssen sich bewusst sein, dass es bei bestimmten Jobsuchmaschinen zu qualitativen Mängeln, dubiosen Anzeigen und Anzeigen-Doppelungen oder gar -Verdreifachungen kommen kann.

 

Die Mängel entstehen, weil die Aktualität der Stellenangebote nicht zwingend garantiert wird: Besetzt zum Beispiel Unternehmen X seine freie Stelle, deaktiviert aber nicht die Online-Anzeige auf den gebuchten Jobbörsen oder auf der eigenen Firmenkarriereseite, ist diese nach wie vor über die Jobsuchmaschine auffindbar. Klickt ein Bewerber auf diesen Anzeigenlink, führt der Klick ins Leere oder auf eine Übersichtsseite mit „ähnlichen“ Jobs.

 

Denn sehr viele Jobsuchmaschinen haben zwar für genau diesen Fall vorgesorgt, indem sie die Jobsuchenden auf die vorher genannten Übersichtsseiten führen. Allerdings kann es natürlich sein, dass sich genau dort ein Jobangebot Ihres Mitbewerbers befindet, und der potenzielle Kandidat anstelle auf Ihrer Stellenanzeige auf derjenigen Ihres Konkurrenten landet…

 

Anzeigen-Doppelungen kommen auf, da viele Unternehmen ihre Stellenangebote an verschiedenen Orten im Internet verbreiten: Beispielsweise veröffentlichen sie eine Anzeige im Zuge des „Multiposting“ auf drei oder vier kommerziellen und nicht-kommerziellen Jobbörsen gleichzeitig, haben ebenfalls eine Personalberatung mit der Suche beauftragt – die ihrerseits diese Stellenanzeige ins Internet stellt, eventuell sogar nochmals in den gleichen Jobbörsen unter dem Namen der jeweiligen Personalberatung – und posten diese letztlich auch in sozialen Netzwerken. Da der Job-Crawler all diese Internetorte absucht, wird ein- und dieselbe Anzeige mehrfach gefunden und wird jeweils als eigenständiges Jobangebot mehrmals ausgegeben.

 

Jobsuchmaschinen sind sich dieser Problematik bewusst und arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung. Ob dies technisch einwandfrei umzusetzen ist, bleibt derzeit offen.

 

Eine Liste von in Deutschland operierenden Jobsuchmaschinen finden Sie hier, das Verzeichnis für die Schweiz, hier sowie Österreich, hier.

Die qualifizierte Übersicht der Jobsuchmaschinen, die Unternehmen tatsächlich für ihre offenen Jobs in Deutschland, Österreich und der Schweiz verwenden können, können Sie bestellen:

Beispiele großer Jobsuchmaschinen

 

Die aktuell bekannteste und stärkste Jobsuchmaschine weltweit ist indeed.com und stammt aus den USA. 2012 wird Indeed vom japanischen HR-Spezialisten Recruit übernommen mit dem Ziel, die internationale Präsenz auszubauen. Im Juli 2013 wird in Deutschland eine eigene Niederlassung in Düsseldorf eröffnet. Damit entsteht die erste nicht-englischsprachige indeed-Filiale außerhalb der USA. Büros in London und Dublin bestehen bereits vor diesem Schritt. 2014 eröffnet indeed eine weitere europäische Niederlassung: Nach anfänglichen Gerüchten, werden im Februar 2014 Nägel mit Köpfen gemacht.

 

Durch die neue und aktive Präsenz von indeed in Deutschland werden die nationalen Platzhirsche Kimeta und icjobs unter Druck gesetzt. Die bereits international aufgestellte Jobsuchmaschine Jobrapido, die seit ihrer Übernahme durch Evenbase ebenfalls am deutschen Markt interessiert ist, wird sich sputen müssen, um weitere Anteile und Relevanz zu gewinnen.

Doch Evenbase gibt es seit Anfang 2014 nicht mehr – hier mehr. Jobrapido geht an einen indischen Tech-Investor.

 

Kurz nach dem Deutschland-Start, wird indeed.de von Google wegen zu massivem – wahrscheinlich unnatürlichem – Linkbuilding abgestraft. Ende November des selben Jahres ist indeed wieder zurück im Google Index, unter anderem auch mit einer leicht abgeänderten URL: statt indeed.de lautet sie nun de.indeed.com.

 

In der Schweiz verfolgt der Jobagent ein sehr interessantes Jobsuchmaschinen-Konzept: es werden gezielt und ausschließlich Karriereseiten von Unternehmen und Personaldienstleistern (bzw. -beratungen) auf Jobs abgesucht, gesammelt, referenziert und gelistet. Jobbörsen oder andere Jobsuchmaschinen werden kategorisch ausgeklammert. Die gefundenen Stellenangebote geben ein nahezu vollständiges Bild des Schweizer Arbeitsangebots, das online verfügbar ist.

Zudem werden die aufgefundenen Stellen semantisch angereichert, also mit Synonymen angereichert und wichtige Informationen extrahiert und indexiert.

Viele erfolgreiche Jobsuchmaschinen – allerdings auch einige Jobbörsen – stellen ihre erprobte Technologie als „White-Label-Lösung“ zur Verfügung: Meistens setzen Verlagshäuser die Technologie ein, um ihre Stellenportale auf den neuesten Stand zu bringen.

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