Eva Zils

Webinar zu LinkedIn Recruiting Solutions

Gestern abend habe ich mir ein Webinar zum Produkt “LinkedIn Recruiter” angesehen. Zunächst wurden die Zuhörer und -seher mit einigen aktuellen Nutzerzahlen bestückt: Derzeit tummeln sich 54 Millionen Unique Users pro Monat auf dieser Business Club Plattform, es gibt knapp 80 Millionen Mitglieder überhaupt (davon sind 50 Prozent aus den USA), und das Ziel bis Jahresende ist, die 90 Millionen Marke zu knacken. Die meisten registrierten Nutzer sind mit ihren zwischen 28 bis 55 Jahren ideal für die Personalsuche.

Die Recruiter Oberfläche erinnert im Großen und Ganzen an ein handelsübliches Bewerbermanagementsystem-Backoffice. Es können bis zu 100 verschiedene Projekte gleichzeitig pro Personalverantwortlichem (dieser erhält einen Systemzugang namens “Seat”, also Sitz) bearbeitet werden. Ein besonderes Merkmal scheinen die gespeicherten Suchläufe zu sein, denn diese geben jedes Mal an, wenn sich jemand Neues auf LinkedIn registriert hat, der zu dem Suchprofil passt. Aber haben das andere Talent Managementsysteme nicht auch?

Beim Veröffentlichen einer Stellenausschreibung in diesem Netzwerk ist interessant, dass man beispielsweise gezielt Kandidaten ansprechen kann, die explizit in einer bestimmten Firma arbeiten. Der konkrete Firmenname kann sogar eingegeben werden. Bei der Kandidatensuche kommen diese Kriterien natürlich ebenfalls in Frage, sodass der Recruiter auswählen kann zwischen Nutzern, die entweder in einem bestimmten Unternehmen oder in einem Unternehmen einer bestimmten Größenordnung arbeiten oder gearbeitet haben. Die Suche kann schließlich sogar auf Gruppen wie beispielsweise Harvard Alumni ausgedehnt werden, selbst wenn der Personaler, der sich für diese Mitglieder interessiert, nicht in dieser Gruppe vertreten ist.

Fazit: Dieses Tool erscheint mir für internationale, vor allem US-Amerikanische Firmen und Personalberater, Headhunter, Dienstleister mit hohem Personalbedarf, interessant. Das Potenzial und die Qualität der Mitglieder sind gut. Diese Software für Recruiter anzubieten, ist ein Geniestreich von LinkedIn. Übrigens hat das französische Viadeo eine ähnliche Funktion im Rahmen seiner Recruiter Mitgliedschaft. Ja, da muss sich XING anstrengen, um hier mithalten zu können. Das Potenzial für und das Interesse an einem solchen Produkt sind in Deutschland mit Sicherheit vorhanden. Jetzt muss halt die XING-Personalersuite nur noch programmiert werden und nicht nur eine gesonderte Mitgliedschaft für Personaler angeboten werden, die eben ein paar Funktionen mehr hat als ein bezahlter Premium-Zugang.

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