Eva Zils

Welches Bewerbungsschweinderl hätten’s denn gern? Bewerbung mit oder ohne Social Media Profil

Die Bundesregierung bastelt ja derzeit an einem Gesetzesentwurf, das es Unternehmen zukünftig verbieten soll, Social Network Profile von Bewerbern zu Recruitingzwecken einzusetzen. Es sein denn, es handelt sich um professionelle Netzwerke wie XING oder LinkedIn. Naja, ein ordentliches XING-, LinkedIn oder auch Viadeo-Profil (für unsere französischen Kandidaten) ist ja auch zum ersten Bewerberscreening vollkommen ausreichend.

Und diese Methode des beruflichen Netzwerk-Profil Sichtens scheint in Deutschland ganz laaaaaaaaaangsam den Lebenslauf zu verdrängen, wie in der aktuellen Robert Half France Studie auf cadresonline beschrieben wird. Demnach liegen die deutschen Manager bei der Umfrage mit 18 Prozent ganz vorne: Für sie würde es genügen, einen ersten Bewerberkontakt über Soziale Netzwerke herzustellen. Am liebsten würden sie sogar gänzlich auf einen separaten Lebenslauf und Motivationsanschreiben verzichten. Auch die Spanier, Österreicher und Italiener finden diesen Ansatz gut.

Die Italiener mögen es jedoch sehr komplett, und 41 Prozent der leitenden Angestellten haben nichts dagegen, neben einem guten Anschreiben einen Link zu einem Online-Profil oder einen aktuellen Lebenslauf zu bekommen. In Irland und Tschechien haben die Recruiter allmählich ein detailliertes Anschreiben satt: ein gut geschriebener CV mit deutlicher Hervorhebung des Kernkompetenzen ist für sie völlig ok. In Luxemburg ist es das allerdings nicht. Unvollständige Unterlagen landen hier sofort im Papierkorb.

Bewerber sollten sich trotz Social Media Hype bewusst sein, dass die meisten Personaler die “traditionellen” Unterlagen, also Lebenslauf und Anschreiben, bevorzugen. Dies betont ebenfalls die Leiterin der Talentgewinnung und -entwicklung von Daimler, Frau Maira Riolo, die im staufenbiel Interview Einblicke in die HR-Arbeit des Autobauers mit dem Web 2.0 gibt.

Ergo: Um auf Nummer sicher zu gehen, unbedingt beides versenden, außer es wird in der Stellenausschreibung explizit eine andere Vorgehensweise gefordert.

Wie sehen Sie dies? Würden Sie als HR-Verantwortlicher auf Lebenslauf oder Anschreiben verzichten? Reicht Ihnen ein Netzwerk-Profil aus, um sich ein Bild von einem Bewerber zu machen?

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