Zum heutigen Gastartikel von Andrea Brücken zu einem besonders aktuellen Thema bleibt im Vorfeld nur eines anzumerken – die Dame ist auf Arbeitssuche und arbeitsplatztechnisch mobil. Ihre Kontaktdaten beziehungsweise ihre Internetadresse befinden sich am Ende des Beitrags. Und nun los:

Er macht in letzter Zeit häufig von sich reden, der Community Manager. Social Media Worker zumindest werden nicht müde, die Unternehmen aufzufordern, sich in Richtung Web 2.0 zu öffnen. Der CM, wie er unter Insidern liebevoll genannt wird, kommt da gerade recht. Soll er doch kompetent die Schnittstelle schließen zu den Communities, den potenziellen Kunden, den Interessengemeinschaften, den Meinungsbildnern im Netz.
Was aber macht einen guten CM aus? Mit dieser Frage habe ich mich im Rahmen eines sechswöchigen Online-Pilotkurses bei der TLA TeleLearn-Akademie Hamburg beschäftigt. Zusammen mit anderen Teilnehmern aus den verschiedensten Arbeitsbereichen habe ich das Berufsbild umkreist, diskutiert, praxisnah erprobt, Statements von erfahrenen CM’s geprüft, Anforderungsprofile verglichen.

Die eierlegende Wollmilchsau

Das Fazit ist amüsant: der CM sollte nämlich eine eierlegende Wollmilchsau sein. Ein Generalist, ein Multi-Tasker, schnell, wach, wendig, pfiffig, mit Persönlichkeit, psychologischen Kenntnissen, ausgefeiltem Krisenmanagement, Marketing-Strategien, Journalistik, Monitoring, auf allen Social Media Plattformen seit Jahren aktiv vertreten… die Liste wäre beliebig lang fortführbar.
Wir waren uns alle sehr schnell einig: den perfekten Community Manager gibt es schlicht und einfach nicht. Mag er oder sie auch noch so erfahren sein – dies wird nur dafür sorgen, dass man wie jeder in einem langjährig ausgeübten Beruf über ein fundiertes Repertoire an Methoden, Strategien und Lösungsansätzen verfügt. Der Stil des CM aber wird ganz individuell sein. Und dieser muss vor allem zum Unternehmen passen, für das er tätig wird – egal ob in beratender Funktion oder als Angestellter. Nicht jeder CM passt in jedes Firmenprofil oder zur avisierten Zielgruppe. Ich zum Beispiel komme aus dem Journalismus und dem Coaching – bin also gut in der direkten Betreuung von Communities und beim Entwickeln von Strategien. Gehört Marketing zur Konzeptentwicklung, gibt es für mich nur drei Wege: das Unternehmen hat Marketing-Experten, wir suchen gemeinsam welche oder ich bringe jemanden mit.

Das muss klar sein

Wichtig vor allem: von Anfang an sollte das Unternehmen eine langfristige Strategie entwickeln. Es reicht nicht, einfach mal eine Facebook-Seite online zu stellen oder ein bisschen zu twittern. Welche User sollen wann, wie, warum angesprochen werden? Wie bindet man diese auf Dauer und wie interagiert man mit ihnen? Welchen Mehrwert wollen sie möglicherweise, wie schafft man diesen? Geht dies in Übereinstimmung mit den eigenen Produkten und Dienstleistungen?
Des Weiteren muss jedem Unternehmen, das über einen CM neue Kundenbindungen aufbauen will, klar sein, dass dieser Schritt Umstrukturierungen innerhalb des Betriebes erfordert. Wenn die Kunden bestimmte Vorstellungen haben, müssen Firmen ihr Portfolio unter Umständen anpassen und sogar neue Produkte entwickeln. Je größer das Unternehmen, desto wichtiger wird zusätzlich die interne Kommunikation: haben die Angestellten den Zweck und die Aufgaben des CM begriffen?

Im Gespräch BLEIBEN heißt es letztlich – und das auf allen Ebenen, unternehmensintern wie -extern. Die Community Management Arbeitsgruppe des Kurses auf Facebook wird übrigens vor allem aus diesem Grund weitergeführt: um im Erfahrungsaustausch zu bleiben. Denn “fertiger” Community Manager ist niemand, der aus so einem Kurs kommt. Die Bewährung folgt in der Praxis.

Andrea Brücken
Coaching, Social Media, Lernen im Netz
www.hauteculture.eu/