Seit einigen Tagen gehen die Ergebnisse der Studie der ebay-Tochter “Afterbuy” durch die Internetpresse, denn dort wurde anhand von 1.218 Teilnehmern festgestellt, dass sich zwei Drittel der Befragten vorstellen könnten, über einen in Facebook integrierten Webshop Einkäufe zu tätigen. Selbstverständlich sollten auch diese Resultate mit Vorsicht genossen werden, da Afterbuy ein Webshop-Anbieter ist, der von diesen Aussagen profitiert.

Bisher wird Facebook von Unternehmen mehrheitlich dazu genutzt, mehr oder weniger erfolgreiche Verkaufs- und Schnäppchenaktionen zu verbreiten, um die Fanbase zu vergrößern und mehr absatzwillige Kunden per Social Media zu binden. Das aktuelle Flop-Beispiel wird in dem Zusammenhang gerade von notebooksbilliger.de geliefert – der zu erwartende “Shitstorm” blieb natürlich nicht aus.

Ich stehe dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber, da mir die Sicherheitsvorkehrungen bei sozialen Netzwerke – insbesondere Facebook (auch wenn die Diskussion um den Like-Button und Datenschutz in Deutschland erst einmal entschärft wurde und einige Details zu den Daten, die Facebook beim Anklicken des Buttons sammelt, öffentlich bekannt gegeben wurden) – nicht ganz geheuer sind. In England zeigt zum Beispiel eine aktuelle Studie, dass einige Briten (17 Prozent, was meiner Meinung nach schon gut ist, aber noch mehr sein sollte), für sich selbst und für Unternehmen eine Gefahr sehen (zum Beitrag auf SocialMedia-Recruiting.COM) und sich von ihren Arbeitgebern Social Media Guidelines wünschen.

Aber zurück zum Ausgangsthema: Facebook Nutzer möchten in ihrem Lieblingsnetzwerk shoppen. Also: Es gibt eine Nachfrage, und nun müssen die entsprechenden Angebote her. Das müsste sich doch ebenfalls für Social Media Recruiting umsetzen lassen. Arbeitnehmer, Wechselwillige und Bewerber sind auf der Suche nach Jobs. Wieso scheint es so schwierig zu sein, Angebot und Nachfrage bei der Personalsuche in sozialen Netzen zusammen zu bringen? Hat es eventuell damit zu tun, dass sich Produktmarketing und Personalmarketing, wie Gero Hesse es in seinen Überlegungen beschreibt, darin unterscheiden, dass der Anspruch auf Authentizität in beiden Disziplinen unterschiedlich groß ist? Ist das Erleben einer Marke als Konsument positiver als das Erleben der (Arbeitgeber-)Marke als Arbeitnehmer? Woran liegt das, und was kann dafür getan werden, um das Arbeitgeberimage und das tatsächliche Arbeitserlebnis positiver und damit auch die Arbeit an sich effektiver zu gestalten?

Können Social Media tatsächlich dazu beitragen, das Image aufzubessern? Seien Sie sich der Chancen und Risiken bewusst und wägen Sie ab!