Nicht schlecht! Das französische Modeunternehmen Kiabi (hier wird mit der Phonologie der Wörter “qui habille” gespielt) hat in den vergangenen fünf Jahren die Personalfluktuation um 10 Prozent gesenkt. Die 8.000 Mitarbeiter in Frankreich, Spanien, Italien, Rumänien und China werden durch gezielte Maßnahmen dazu motiviert, ihren Job nicht nur gut zu machen, sondern auch im Unternehmen zu bleiben.

Christine Jutard, die amtierende Personalleiterin, beschreibt das Ziel der ganzen Aktion mit den Worten: “Mitarbeiter bleiben, wenn sie sich im Unternehmen und in ihrem Job wohlfühlen. Das motiviert sie”. Zum Beispiel wird jedem neuen Angestellten eine Art “Pate” aus der selben Abteilung zugeteilt. Dieser hilft ihm, sich in das Team und in die Arbeit hinein zu finden. Weiterbildung ist ebenfalls ein wichtiges Thema: Fünf Prozent der Gehaltsmasse werden in Fortbildungen investiert; 86 Prozent der Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr an mindestens 2-3 tägigen Weiterbildungen teilgenommen.

Bei neuen Jobs wird darauf geachtet diese durch interne Kandidaten zu besetzen, sodass jedes Jahr an die 20 Prozent der Mitarbeiter im Unternehmen ihre Arbeitsplätze wechseln. Den Mitarbeitern wird bei der (Um-)Gestaltung der Arbeitsinhalte aufmerksam zugehört und vieles davon wird umgesetzt. Das fördere die Motivation, so Jutard.

Im Managerbereich wird auf hohe Qualität gesetzt: Auch hier gibt es viele Trainings. Interne Umfragen ergaben beispielsweise, dass 72 Prozent der Angestellten mit ihrem Manager zufrieden sind.

Und was plant Kiabi für die Zukunft? Dieses Konzept zu stärken, weiter auszubauen und die Mitarbeiter in strategische Prozesse miteinzubeziehen!

Das klingt im Prinzip genauso, wie es in jedem Unternehmen sein sollte. Eigentlich reiner, gesunder Menschenverstand, oder? Dass diese an sich so simplen Dinge als besonderes Merkmal hervorgehoben werden (müssen) zeigt, dass offensichtlich in vielen Firmen ein anderer Wind weht.

Die Karriereseiten von Kiabi erscheinen im typisch französischen Look & Feel (etwas unübersichtlich angeordnet und viel Platz unnötig verschenkt), halten sich aber im Stil an die Motivationspolitik. Fehlt nur noch die Facebook-Präsenz und etwas mehr Social Media generell. Kann einem Modeunternehmen, das auch E-Commer betreibt, doch nur zugute kommen.

Den Originalartikel auf französisch gibt es bei FocusRH