Wie in meinem ersten Beitrag zum Münchner Personalmarketingkongress 2011 angekündigt, möchte ich heute ausführlicher auf die zum Schluss der Konferenz stattfindende Podiumsdiskussion mit Frank Pieper (Scholz&Friends), Achim Oettinger (Hochschule Coburg), Christian Hagedorn (Westpress Agentur) und Richard Brunner von der IHK Regensburg unter der Moderation von Prof. Dr. Christoph Beck, eingehen.

Gleich zu Beginn kam Universitätsprofessor Beck auf das Hochschulmarketing zu sprechen und riet den Personalern, die gezielte Ansprache von Professoren in ihre Strategie miteinzubeziehen. Schließlich seien es die Profs, die ihren Studenten von Unternehmen positiv, negativ oder überhaupt davon berichten können. Da ist definitiv was dran, denn ich erinnere mich an meine Studienzeit, in der uns Professoren nicht nur auf Firmen und Karrieremöglichkeiten sondern auch auf bestimmte Jobbörsen aufmerksam gemacht haben. Daher ist es empfehlenswert, mit den lokalen, überregionalen und spezialisierten Hochschulen Kontakt aufzunehmen und professionelle PR-Arbeit zu betreiben (das gilt wie gesagt auch für online Stellenmärkte).

In diesem (aber auch im weiteren) Zusammenhang merkte Richard Brunner von der IHK an, dass sich die meisten KMU unter Wert verkauften. Dabei hätten gerade diese Firmen tolle Asse im Ärmel. Firmen müssten sich diese bewusst machen und damit positives Eigenmarketing betreiben. Also: keine Scheu vor der eigenen (inneren) Größe!

Christian Hagedorn mahnte die Personal- und Recruitingverantwortlichen – und hier sprach er mir aus meinem Beraterherzen!! – der beratenden Personalwerbung-Agentur zu vertrauen. Vielen Firmen wäre leider nicht genügend bewusst, dass wir Berater zwar eine Stellenanzeige oder die Schaltung von Stellenangeboten billiger machen könnten, aber dass die Bewerberresonanz dann zu wünschen übrig ließe. “Vertrauen Sie Ihrer Agentur und begehen Sie nicht den Fehler, nur auf die Kosten zu gucken”, so der Geschäftsführer von Westpress, “eine halbherzig veröffentlichte Anzeige ist hinausgeworfenes Geld”. Das könnten meine Worte sein 😉

Frank Pieper und Achim Oettinger sprachen eine weitere Schwachstelle in der Personalarbeit an: Es käme heute vor allem auf Reaktions- und Aktionsschnelligkeit im Bewerbermanagement an. Sonst landeten die Guten ganz schnell beim Wettbewerb. Dank eines gut durchorganisierten Kontaktmanagements könnten hier kleinere und mittelständische Unternehmen im Vergleich zu den großen punkten.

Alos, liebe KMUs, nun heißt es Ärmel hochkrempeln, Selbstbewusstsein (Markenbewusstsein) aufbauen und ran an den Speck! Sollte sich einer der Bewerber seiner “Komfortzone”, in der er sich dank Fach- und Führungskräftemangel befindet, zu sehr bewusst sein, dann lassen Sie ihn auch gerne mal abblitzen. Gute Manieren und Respekt gegenüber Kollegen und Arbeitgeber gehören trotz allem an jeden Arbeitsplatz!