Fangen wir ganz von vorne an: Im Oktober 2010 kündigen jobs.ch und XING eine exklusive Partnerschaft an, die vorsieht, XING Recruiting Produkte über die jobs.ch AG zu vertreiben (neben den Kollegen der Agentur Prospective, die ebenfalls die Veröffentlichung von Stellenangeboten auf dem deutschen sozialen Netzwerk anbieten können). Im Februar 2011 erfolgt dann ein neuer, sehr interessanter Coup von jobs.ch: Diese übernehmen die Schweizer Kader-Stellenbörse topjobs.ch.

Ab heute werden beide Plattformen miteinander verbandelt, und es soll so etwas wie das ultimative Web 2.0 Jobsuch-Erlebnis für die passiv und aktiv suchenden Fach- und Führungskräfte daraus werden. Dazu muss ich in der eingangs auf der topjobs.ch Homepage angezeigten Eingabemaske meine Suchkriterien eingeben (aktueller Jobtitel, Branche oder Arbeitgeber und Arbeitsort – was ist, wenn ich an einen anderen Ort will und wie kann ich zu der leeren Eingabemaske zurückkehren? Diese wird mir nämlich danach nicht mehr angezeigt).

Meine Angaben werden gespeichert, und ich werde aufgefordert, mir ein Profil auf der Jobbörse anzulegen. In Zeiten von Facebook Connect – und ganz frisch auch LinkedIn Connect – mutet dieser Schritt herzlich wenig Web zweilnullig an. Dabei wäre doch genau das die Chance für XING, hier zu punkten. Ich nehme an, dass eine Art XING Login nach dem Erstellen eines Nutzerprofils auf topjobs.ch erscheint, denn dann werden mir Mitarbeiter aus der jeweiligen Firma, für deren Jobangebot ich mich interessiere, angezeigt (wissen die eigentlich Bescheid, dass ihre Daten nun nicht nur über Google sondern auch über topjobs.ch von außen zugänglich sind?).

Eine nette Idee ist das Aufzeigen von Headhuntern, die für einen Jobsucher interessant sein könnten – und das ohne weitere Kosten für den Bewerber. Möchte man hier eventuell Experteer in die Schranken weisen?

Für XING ist diese Kooperation sicherlich Gold wert und kann richtig gut werden, wenn hier mit einfacheren Anmeldemethoden gearbeitet wird – im Sinne eines “XING Connects”. Da sich LinkedIn in der Schweiz inzwischen stärker ausbreitet, ist es sinnvoll, sich auf diese Weise dem schwierigen Schweizer Recruiting-Anzeigen Markt anzunähern. Es bleibt offen, welches Business Network sich in der Schweiz für Personalgewinnungszwecke durchsetzt. Die Konkurrenz aus den USA und das Potenzial der Recruiting-Lösungen ist enorm und muss beachtet werden.
Das bringt mich zu meinem Spezialthema internationale Rekrutierung, denn wie ich sehe, sollen dank der Verquickung topjobs.ch, jobs.ch und XING auch internationale Anzeigenschaltungen über The Network angeboten werden. Geht das auch anders herum? Zumal, wie es in der Pressemeldung (würde sie ja gerne direkt verlinken, aber sie ist noch nicht online) heitßt, alle Anzeigen von topjobs.ch auf jobs.ch gespiegelt werden…

Fazit: Trotz Einbindung von XING-Nutzerprofilen bei einer Jobsuche auf topjobs.ch, kann ich keine Besonderheit erkennen, die mich sagen lässt, dass hier Social Media Recruiting betrieben werden kann. Daher erscheint dieser Post auch in der Blog-Kategorie “Jobbörsen” anstelle von “HR 2.0“.