Es geht auch andersherum im Hause Axel Springer: Es wird nicht ausschließlich eingekauft, nein, es wird auch verkauft, wie man bereits am Deal mit der Funke Mediengruppe sehen konnte (deren Geschäftsführer Nienhaus übrigens in 1,5 Jahren abtritt und seinen Vertrag damit nicht weiter verlängert).

Umso erstaunlicher erscheint es zu sehen, dass sich Springer von einem “Digital Asset” trennt, der in der Vergangenheit an seinem Wirkungsort sehr stark war: StepStone Schweden wird an das marktführendes schwedische Kleinanzeigenportal Blocket aus dem Hause Schibsted veräußert.

Entwicklung von jobb.blocket.se
blocket-jobb-logoBlocket hatte vor etwas mehr als 2 Jahren eine eigenständige Job-Plattform gestartet, die für den schwedischen Jobbörsen Markt vergleichsweise sehr günstige Anzeigenpreise (knapp 90 € vs. mehr als 1.000,00 € bei Monster & Co.) anbietet. Dazu gesellen sich nach der halbwegs “Freemium”-Manier einige Upsell Produkte, um die Reichweite zu erhöhen oder die Anzeige mit etwas mehr Bildmaterial auszustatten.

Auf dem schwedischen Jobbörsenmarkt
Die Blocket Jobbörse hat sich seit ihrem Launch in Schweden schnell nach oben gearbeitet, wie es sich für den Ableger eines marktführenden Kleinanzeigenportals auch gehört. Die etablierte Jobbörsen-Konkurrenz bekommt seither mächtig Druck, und das Marktgefüge kommt ordentlich ins Schwanken.

Springers Entscheidung
Daher erscheint der Verkauf der schwedischen StepStone Jobbörse an Blocket sehr plausibel und strategisch richtig. Beide Marken, so heißt es in der offiziellen Pressemitteilung, werden zunächst separat weitergeführt mit dem Ziel, die Plattformen letztendlich zu vereinen. Blockets Jobportal profitiert darüber hinaus von StepStones Branchen Know-how und kann sogar seinen internationalen Kunden über “The Network” weltweite Job-Postings anbieten.

Fazit
Die Mitbewerber in Schweden werden sich in Zukunft noch wärmer anziehen müssen als sonst.
Axel Springer/StepStone ziehen ihren Konsolidierungsgedanken konsequent durch und scheuen sich nicht, eigene Assets abzustoßen, bevor diese an Boden verlieren.

Ausblick international
HR-Blogger Kollege Marc stellt zurecht die Frage, was aus StepStone Niederlande werden wird. Dort wurde, wie er schrieb, anscheinend ein Käufer gefunden und die Kunden unterrichtet. Weitere Informationen gibt er in seinem Post dazu nicht an. Ich werde um ein Statement bitten und dann berichten – diese Information habe ich hier bereitgestellt.

Informationen zum aktuellen niederländischen Jobbörsenmarkt sowie ein Preview der Jobbörsen-Studie finden Sie hier.