Monster Worldwide hat einige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit staatlichen Arbeitsagenturen gesammelt: Zwischen 2001 und 2010 hat Monster z.B. die Technologie für die staatliche Jobbörse des USA “Department of Labour” (DOL) gestellt. Die Kosten waren den Vereinigten Staaten auf Dauer zu hoch, man versuchte sich selbst, woraufhin das Projekt ganz im Graben landete.

2012 landete Monster ein neues staatliches Projekt mit Großbritannien: Die “Jobcentres” sollten modernisiert werden, eine Art Virtueller Arbeitsmarkt, wie man ihn bereits in Deutschland anbieten wollte oder um dessen Entstehung man sich derzeit in Frankreich bemüht, sollte entstehen.

Nach nicht einmal zwei Jahren sieht die Bilanz düster aus: die neue Jobbörse Universal Jobmatch steht und ist funktionsfähig. Nur leider wurde Monster dazu angehalten, die Plattform so offen wie möglich zu gestalten, damit sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sehr schnell und einfach zusammenfinden.

Das Ergebnis dieser Internet-Offenheit (offensichtlich auch #Neuland in Großbritannien) war, dass zu viele dubiose “Jobs”, z.B. ein MI6 Superagent à la James Bond oder diverse andere Jobs, die sich auf Job-SPAM Plattformen finden lassen, von Hinz und Kunz kostenfrei veröffentlicht wurden.

Anscheinend kommt man mit dem Job-SPAM nicht mehr zurecht, denn nun schreibt der Guardian, dass die Dienste der staatlichen Stellenbörse Universal JobMatch eingestellt werden sollen. Das Monster Angebot, das helfen würde, den Job-SPAM zu verringern und auszusortieren, ist dem britischen Staat zu teuer: Immerhin sollen für die “Stellenanzeigen-Bereinigung” GBP 975.000 locker gemacht werden.

Man kann Monster wohl kaum einen Strick aus dieser Geschichte drehen, denn die Technologie, so bestätigen viele Industrie-Experten, arbeitet einwandfrei. Man hatte Monster vielmehr dazu angehalten, alles so zu programmieren und “light” zu halten, wie es die britische Regierung verlangte.

Wer wird davon letzten Endes den Imageschaden davontragen?
Ich denke, die größte Last liegt eher bei den “beratungsresistenten” Beamten als bei Monster. Natürlich war der 14 Millionen Euro Deal im Jahre 2012, also in den Zeiten, als Monster noch aktiv nach einem Käufer suchte, ein gefundenes Fressen, um den “Asset” aufzuwerten. Aber ganz ehrlich: Mag man so ein Projekt umsetzen, wenn einem diese Daumenschrauben angelegt werden?