Bereits vor mehr als einem Monat habe ich Informationen zum LinkedIn-Apply Button im Netz gefunden und darüber gebloggt (s. vorheriger Link). Bisher waren es eher Spekulationen und Gerüchte, die im Umlauf waren als handfeste Tatsachen. Seit gestern ist es jedoch amtlich – und heute morgen hat mich die deutsche Pressemitteilung auch schon erreicht: Der Button “Apply with LinkedIn”, den ich in meinem früheren Post als “Like-Button für Jobs” genannt habe, ist da!

Und zwar sogar ziemlich genau so, wie er in den meisten Blogposts (auch in meinem) beschrieben wurde: Firmen können diesen Button, ähnlich wie Blogs und andere Seiten den InShare-Knopf, in ihre Stellenangebote einbinden. Dadurch ermöglichen sie es den Kandidaten, sich direkt mit ihrem LinkedIn-Profil auf die Anzeige zu bewerben. Meine Meinung dazu habe ich in meinem Blogpost zum LinkedIn Apply Button bereits kundgetan.

Einige der Bewerbermanagement Solution (ATS) Provider bieten ihren Kunden seit heute die Möglichkeit, die über den Apply Button aggregierten Bewerberdaten direkt in ihr System zu importieren (ich hoffe, dass dem Prozess jeweils ein Genehmigungsverfahren seitens des Nutzers gefahren wird, der der Datenverschiebung erst einmal zustimmen muss). Die ganz Großen wie Taleo, Lumesse oder Kenexa arbeiten im Moment daran, die Integration des Buttons vorzunehmen. Schon seltsam, dass gerade die zuletzt genannten Softwarehäuser mehr Zeit “benötigen” – könnte es an der Schwerfälligkeit liegen oder auch daran, dass LinkedIn mit seinem eigenen Produkt “Recruiter”, das einige ATS-Funktionen aufweist, den Großen in die Quere kommen könnte?
Falls es Letzteres ist, können sich die Taleo & Co. zurücklehnen: Interessanterweise funktioniert der Apply-Button nämlich NICHT mit der Recruiter Software. Bei LinkedIn wird argumentiert, dass die Bewerberdaten und -Traffic hin zur Karriereseite und dem eventuell genutzten Bewerbermanagementsystem gehen sollen. Also: raus aus dem LinkedIn Ökosystem, rein ins Unternehmen.

Diesen Gedanken hat LinkedIn dann auch konsequent weiterverfolgt, indem es Unternehmen, die keine Bewerbersoftware haben, die jeweiligen Kandidatenprofile per E-Mail zuschickt.

So, das ist alles sehr schön, macht viel Krach am HR-Markt und zwingt die Software-Anbieter, sich mit dem Social Web auseinander zu setzen (obwohl das die meisten ja schon tun mit Twitter-Job-Postings, etc.). Aber was wird es LinkedIn an sich bringen? Mehr (neue) Nutzer? Mehr aktuelle Profile (wobei auf dem LinkedIn Blog davon die Rede ist, dass nur 10-20 Prozent aktiv nach einem Job suchen)? Mehr Nähe zu Unternehmen, die sich an LinkedIn binden möchten? Mehr Job Postings verkaufen, wenn das Recruiting über die eigene HR-Site und den dort eingebauten Apply-Button immer noch nicht einwandfrei klappt?

Möchte LinkedIn mit seinen Profilen den “State-of-the-Art” Lebenslauf lancieren? Oder sich damit breiter in Deutschland aufstellen? Dazu muss jedoch noch mehr her als eine Übersetzung der Seiten: nämlich die passenden Kandidaten, die ihre Daten aktuell halten.