Im ersten Teil der Reihe “Deutsche Social Networks im Recruiting-Kompatibilitätstest” habe ich mich auf das in Baden Württemberg stark präsente Netzwerk Kwick! konzentriert.
Heute geht’s nach Bayern und damit zum dortigen Platzhirschen lokalisten.de. Nach wie vor mit der Frage im Hinterkopf: Eignet sich lokalisten.de fürs Personalmarketing, Employer Branding und/ oder zur Stellenanzeigen Veröffentlichung? Und falls ja, für welche Zielgruppe(n)?

Die direkt zugänglichen Mediadaten zu den lokalisten bieten etwas mehr Informationen als bei Kwick! Ohne Umschweife wird darauf hingewiesen, dass die Plattform in Bayern besonders stark ist. Direkt im Anschluss daran werden die ergriffenen und geplanten Maßnahmen zur Reichweitensteigerung in weiteren Bundesländern genannt. Sehr schlau!

Die analysierten Interessensgebiete lassen leider nicht auf karriere- oder bewerbungsrelevante Themen schließen. Jedoch sind Networks ja in der Regel dafür gedacht, sich persönlich auszutauschen. Trotzdem fände ich es gut, wenn Marketers in Zukunft Job spezifische Themen in ihre Online-Fragebögen zu Nutzerverhalten in Social Networks aufnehmen würden.

Der Altersdurchschnitt liegt mit 27 Jahren höher als beispielsweise bei Kwick. Das merkt man, sobald man die Community betritt, da die von den Mitgliedern generierten Inhalte etwas weniger sinnentleert sind als die des vorherig untersuchten Portals.

Die meisten sind berufstätig. 64 Prozent nennen den Realabschluss als die höchste erreichte Bildungsstufe. In der Suchfunktion gibt es eine Suchmöglichkeit nach “Schule”, “Ausbildungsplatz” und “Universität” – als ich sie testen wollte, wurden mir leider keinerlei Ergebnisse angezeigt.

Wie bei allen Networks können Themengruppen erstellt werden, jedoch keine eigene Fan-, oder Unternehmensseite. Ich habe vereinzelt (so an die zwei oder drei) Gruppen entdeckt, die von Unternehmen initiiert worden sind. Mit so gut wie keinen Mitgliedern. Eines dieser Unternehmen hat jedoch eine sehr gut besuchte Facebook-Seite – mit über 1.000 Fans.

Daneben existieren Gruppen mit dubiosen Jobangeboten und Nebentätigkeiten. Die Mitgliederzahlen sind in den meisten Fällen vernachlässigbar. Dennoch frage ich mich, wieso die Betreiber von lokalisten.de diese zweifelhaften Gruppen nicht verbieten.

Schließlich bin ich auf einige Gruppen zu bestimmten Berufsbildern gestoßen – alle gegründet von der selben Person. Diese weisen jeweils über 1.000 Teilnehmer auf. Das Dumme ist, dass sich der Gründer seit April nicht mehr auf lokalisten.de eingeloggt hat… eventuell hat er ja seine Gruppen noch effektiver auf Facebook eingerichtet 😉

Fazit: Azubi- und Ausbildungskampagnen betreiben, je nach Recruitingvorhaben auch Hochschulmarketing in Bayern. Gruppenseiten werden für diesen Zweck nicht ernst genommen. Unternehmensseiten sind nicht möglich.