Ab 1. Januar 2012 ist es soweit: Unternehmen sind verpflichtet, in ihren Stellenausschreibungen das Mindestgehalt anzugeben. Seit Februar besteht das Gesetz bereits, aber ab kommendem Jahr wird das Nicht-Respektieren der Vorgabe mit Bußgeld geahndet. Auf der Wirtschaftskammer Österreich sieht das im Detail so aus:

Mindestentgelt

Im Stelleninserat ist das für den ausgeschriebenen Arbeitsplatz geltende kollektivvertragliche oder durch Gesetz oder andere Normen der kollektiven Rechtsgestaltung festgelegte Mindestentgelt anzugeben. Diese Angabe hat

  • betragsmäßig
  • unter Anführung der Zeiteinheit von Stunde/Woche/Monat
  • ohne anteilige Sonderzahlungen
  • unter Einrechnung personenbezogener Zulagen, die bereits zum Zeitpunkt der Ausschreibung bekannt sind (z.B. bei Vorarbeitern)

zu erfolgen.
Der Arbeitgeber kann im Stelleninserat auf seine Bereitschaft zur kollektivvertraglichen Überzahlung hinweisen.

Wer sich nicht daran hält, den erwartet Folgendes:

Die Bezirksverwaltungsbehörde nimmt bei erstmaliger Verletzung der Verpflichtungen eine Verwarnung vor, bei weiteren Verstößen verhängt sie eine Verwaltungsstrafe bis zu € 360. Diese Strafsanktion gilt für Verletzungen, die ab dem 1. Jänner 2012 erfolgen.

Das gilt auch für Anzeigen, die beispielsweise von deutschen Firmen auf österreichischen Stellenportalen veröffentlicht werden. Also Vorsicht.
In England ist die Gehaltsangabe in Stellenangeboten seit jeher ein ungeschriebenes Gesetz. Wer sich nicht daran hält, muss damit rechnen, viele unpassende Bewerbungen zu bekommen (auf jeden Fall keine ernst zu nehmenden).

Das neue österreichische Gesetz belebt die Diskussion um das Thema, das vielen Personalern schwer im Magen liegt, nämlich die Transparenz des Zielgehalts. Dennoch: Es muss lediglich das Mindestentgelt genannt werden. Der Rest bleibt ja nach wie vor Verhandlungssache. Kein Grund zur Aufregung.