Zugegebenermaßen erweist sich mein Blog diese Woche als StepStone-lastig – und das, wo auch andere Jobbörsen wie z.B. stellenanzeigen.de oder JobScout24 interessante Meldungen haben. Aber zu dieser Übernahme muss ich einfach ein paar Worte verlieren, da vielen der französische Stellenmarkt Sourcea unbekannt sein wird. Sourcea ist auf (Einstiegs-) Jobs aus den Bereichen Marketing, Telesales, Bankdienste, Office Management und Groß- und Einzelhandel spezialisiert. Dabei werden Kandidaten mit einem eher niederen Studienniveau (Bac bis Bac+3, also Abitur mit bis zu drei Jahren Ausbildung, bzw. Studium, entsprechend einem BA) anvisiert.

Der Kaufpreis von 1,5 Millionen Euro ist relativ gering, jedoch für die Ausrichtung und Größe (laut Pressemitteilung sind 2.500 Stellen online) der Jobbörse sicherlich angemessen. Sourcea hat ein gutes Wachstumspotenzial, da die Zahl der Berufsanfänger des niederen Managements in Frankreich sehr hoch ist. Daher haben die ehemaligen Sourcea Besitzer sehr gut verhandelt, denn: “Weitere Zahlungen werden 2009 abhängig vom finanziellen Ergebnis 2008 folgen”, heißt es im Pressetext.

Die StepStone Gruppe hat seit dem Jahre 2000 keine Akquisition mehr in Frankreich getätigt. StepStone.fr ist in diesem Land auch längst nicht so erfolgreich wie in den angrenzenden Ländern Belgien oder Deutschland. Daher wurden bisher starke Kooperationspartner wie emailjob.com (2005 von Monster aufgekauft) und im Anschluss keljob.com ausgewählt, um auch auf diesem Markt präsent zu sein.

Die Kooperation im Rahmen des Networks scheint den Norwegern jedoch nicht mehr auszureichen. In der Pressemitteilung sagt Colin Tenwick, CEO von StepStone:

Durch diese Übernahme können wir unsere Strategie ausbauen: Erfolgreiche Jobbörsen übernehmen und unser Fachwissen und unsere Ressourcen dazu nutzen, ihre Marktpositionen zu beschleunigen. Zudem können wir unsere Marktführerschaft in Frankreich konsolidieren, was unseres Erachtens ein beträchtliches Wachstumspotenzial bietet.

Aber wieso dann gerade Sourcea? StepStone positioniert sich als Stellenmarkt für hochqualifizierte Bewerber, und das vor allem aus den Bereichen IT und Finanzwesen. Wozu also einen Nischenanbieter kaufen, der sich im Bereich kaufmännische Berufe aus dem Low Management – wenn überhaupt Management – ansiedelt?

Die einzig wirklich logische Erklärung für die Übernahme wäre meiner Meinung nach eine konsequente Weiterentwicklung von Sourcea, um Hochschulabsolventen aus allen – vor ellem den höheren – Managementebenen anzusprechen. Da der französische Jobbörsenmarkt eng verzweigt und zudem sehr komplex ist, bietet es sich an, eine gut funktionierende, beinahe generelle Jobbörse zu erwerben und diese entsprechend umzugestalten. Ich bin gespannt, was uns im nächsten Jahr von dieser Seite aus erwartet.