Bestimmt haben Sie es schon gesehen: Meine Social Media Recruiting Studie 2011 ist fertig und steht zum kostenfreien Download bereit (nix wie hin!).

Nachdem sich Careerbuilder in den letzten Jahren stark in Europa ausgebreitet hat (die Anfänge der internationalen Ausdehnung hatte ich 2008 bei Marcus beschrieben), hauptsächlich durch Zukäufe in Griechenland, Frankreich, Schweden (die ursprüngliche schwedische Seite wurde zwischenzeitlich auf die CB-URL umgeleitet) und die einstmals erfolgreiche niederländische Jobbörse Jobbingmall nicht nur aufgekauft, sondern ebenfalls dem Erdboden gleich gemacht hat, war in den Krisenjahren 2009 und 2010 wenig (Erfolgreiches) von den Amerikanern zu hören. 2011 sind sie wieder auf Einkaufstour und haben sich zum einen in Asien breiter aufgestellt und haben in Deutschland einen Coup mit der Übernahme von JobScout24 gelandet.

Da diese Übernahme gemäß Gerhard Kenk (ich habe dies in meinem Beitrag ähnlich, aber nicht ganz so schön ausgedrückt) “kein Kaffeekränzchen” wird, wird sich Careerbuilder nicht nur wappnen oder warm anziehen müssen, sondern vor allem seine Strategie auf wesentliche und große Online Recruiting Märkte wie UK, Deutschland oder Frankreich konzentrieren.

Nun las ich vor kurzem, dass der bisherige niederländische Managing Director, Wouter Goede, Careerbuilder.nl verlassen hat, seine Position aber nicht neu besetzt wurde. Careerbuilder.nl werde nun von England aus betreut, heißt es. Es ist wahr, dass E-Recruiting Märkte wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland von jeher gutes Potenzial aufweisen (relativ hohe Anzeigenpreise und eine hohe Bevölkerungsdichte bzw. eine gute Wirtschaft). Jedoch sollten eben diese Märkte nicht unterschätzt werden. Dass es amerikanischen Playern nur gelingt in Europa Fuß zu fassen, indem sie starke Mitbewerber aufkaufen und ihnen ihre Marketingstrategie aufzwingen, spricht Bände – und hat sich in der Vergangenheit selten als wirklich fruchtbar gezeigt (daher wird das Spiel XING vs. LinkedIn wirklich spannend!).

Das wird eine ganz schön harte Nuss.
Wie ich ebenfalls las, hat es den ehemaligen Careerbuilder Deutschland Sales Manager Felix Roth zu experteer verschlagen, genauso wie Karen Schwenn, die vorher bei StepStone tätig war. Da hat Experteer einen richtig guten Fang mit seinen “Neuen” gemacht! Glückwunsch!

Im Prinzip geht es in der Europa Strategie für alle Online Recruiting Anbieter in Zeiten der (Finanz- und Euro-)Krise, der zunehmenden Social Media Konkurrenz und dem stärkeren Bewusstsein der Recruiter für Online Performance nur um eines: sich schnell am Markt zu etablieren, profitabel zu sein (der Druck wird größer) und Ergebnisse (vor allem finanzieller Art) zu liefern. Die tatsächliche Zufriedenheit des Kunden und der Bewerber, so fürchte ich, werden wohl leider immer öfter auf der Strecke bleiben.

Was meinen Sie?