Der Fachkräftemangel macht sich branchenübergreifend in Deutschland bemerkbar. Immer mehr Unternehmen fällt es schwer, freie Stellen zu besetzen. Um neue Talente zu gewinnen und langfristig zu halten, sind faire und arbeitnehmerfreundliche Arbeitsbedingungen das A und O. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, sich als Arbeitnehmer die Arbeitszeiten flexibel einzuteilen. Doch wie vorteilhaft sind flexible Arbeitszeiten wirklich? Und können sie sich auch nachteilig auf ein Unternehmen auswirken?
Eine flexible Arbeitszeit – was ist das überhaupt?
Grundsätzlich bedeuten flexible Arbeitszeiten nichts anderes, als dass Mitarbeiter ein Mitspracherecht über den Beginn, das Ende und die Verteilung ihrer Arbeitszeit erhalten.
Statt starre Vorgaben zu befolgen, können sie sich ihre Arbeit in einem gewissen Rahmen nach individuellen Bedürfnissen und Ansprüchen einteilen. Ausschlaggebend ist dabei, dass sie die Kernzeiten des Unternehmens sowie die vereinbarte Gesamtarbeitszeit einhalten.
Ein großer Vorteil flexibler Arbeitszeiten ist dadurch eine leichtere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem können Arbeitszeitmodelle wie Teilzeit oder Gleitzeit zu einer besseren Work-Life-Balance beitragen.
Allerdings ist diese Flexibilität nicht nur für Arbeitnehmer vorteilhaft. Unternehmen, die flexible Arbeitszeiten anbieten, können die Belegschaft vor Ort abhängig vom zu erwartenden Arbeitspensum anpassen.
So ermöglicht etwa die Zeiterfassung mit Isgus einen Überblick darüber, wann welche Auslastung im Unternehmen herrscht. Dadurch lassen sich Arbeitsprozesse leichter mit den Bedürfnissen der Mitarbeiter vereinen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, den Personalbestand vor Ort im Auge zu behalten und ihn in Stoßzeiten zu erhöhen.
Die Vorteile flexibler Arbeitszeiten für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Flexible Arbeitszeiten kommen für so gut wie jede Unternehmensart und -form infrage. Die Vorzüge, die sich für Arbeitnehmer bringen, liegen dabei auf der Hand:
- mehr Flexibilität im Alltag
- individuell anpassbares Zeitmanagement im Job
- weniger Stress
- verbesserte Work-Life-Balance
Arbeitgeber profitieren weniger direkt von der Einführung flexibler Arbeitszeiten. Die meisten Vorteile zeigen sich erst im Laufe der Zeit. So können Arbeitszeitmodelle mit mehr Flexibilität die Ressourcen- und Kapazitätsplanung vereinfachen.
Wichtiger ist jedoch, dass flexible Arbeitszeiten einen Vertrauensbeweis bedeuten. Unternehmen können ihren Mitarbeitern dadurch ihre Wertschätzung ausdrücken. Das wiederum kann folgende Effekte nach sich ziehen:
- eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit
- eine höhere Motivation der Arbeitskräfte
- weniger Fluktuation
Sind Arbeitnehmer motiviert und weniger gestresst, erbringen sie zudem bessere Leistungen für das Unternehmen. So können flexible Arbeitszeiten dazu beitragen, die Produktivität und dementsprechend den Umsatz zu erhöhen.
Ein weiterer Pluspunkt: Mehr Eigenverantwortung der Mitarbeiter bei der Arbeitszeitgestaltung trägt zu einem positiven Außenbild als Arbeitgeber bei. Diese Außenwirkung ist ein wichtiger Bestandteil des Corporate Image.
Können sich flexible Arbeitszeiten nachteilig auswirken?
Flexible Arbeitszeiten sind mit einer Reihe positiver Aspekte verbunden. Sie können die Zufriedenheit der Bestandsbelegschaft erhöhen und gleichzeitig neue Mitarbeiter ins Unternehmen locken.
Allerdings können sie auch mit Nachteilen einhergehen. So bedeutet mehr Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer über die Arbeitszeit im Umkehrschluss einen Kontrollverlust für den Arbeitgeber.
Ebenso können flexible Arbeitszeiten ohne die richtigen Tools mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden sein. Ohne eine zuverlässige Zeiterfassung erschwert sich etwa die Prozess- und Zeitplanung. Dadurch wiederum können dem Unternehmen Mehrkosten entstehen.
Ein weiterer Nachteil, den mancher Arbeitgeber fürchten könnte: Flexible Arbeitszeiten könnten Mitarbeiter dazu verleiten, ihr Privileg auszunutzen.
Wer täglich später zur Arbeit erscheint und früher nach Hause geht, schafft meist nicht die geforderte Gesamtarbeitszeit. Das kann sich negativ auf die Produktivität eines Unternehmens und indirekt auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirken. Schließlich bedeutet der zeitliche Ausfall bestimmter Arbeitnehmer eine potenzielle Mehrarbeit für die restliche Belegschaft.