Das ging schnell: Erst im August 2011 war Kai Deininger offiziell an die deutsche LinkedIn Spitze berufen worden. Im Hintergrund war Deininger bereits vorher für das amerikanische Business Netzwerk aktiv gewesen. Heute lese ich auf heise online und internetworld, dass in Deutschland bereits nach weniger als sechs Monaten ein Führungswechsel vollzogen wird. Eine LinkedIn-Sprecherin sagte, “die Trennung sei in beidseitigem Einvernehmen erfolgt, wollte aber nicht ins Detail gehen”. Die Aufgabenstellung wäre nicht klar gewesen, heißt es, da Deininger einerseits als Deutschland-Chef deklariert worden war, aber andererseits lediglich als Vertriebsleiter Deutschland fungiert habe.

Kai Deiningers Aufgaben werden interimsmäßig von Ariel Eckstein, Managing Director von LinkedIn EMEA, übernommen.

Ein merkwürdiger Schritt des amerikanischen Riesen, da Deutschland doch ein interessanter Markt für das Business Netzwerk darstellte. Jedoch sollten in der DACH-Region zunächst ausschließlich Recruiting Produkte vertrieben werden. Die Sales-Ziele für den deutschen Markt wurden zu hoch angesiedelt. Hierzulande sind die meisten Personaler den technikdurchtriebenen Hiring Solutions skeptisch eingestellt, zumal die deutsche Nutzerbasis auf LI immer noch nicht überragend groß ist. Wer sich heutzutage am deutschen Online Recruiting Markt etablieren möchte, hat nicht nur mit einer gewaltigen Konkurrenz zu rechnen, sondern muss auch einplanen, dass die deutschen Personaler technologieträge sind. Für Amerikaner wird dies – wie wir es bereits von anderen US-amerikanischen HR-Anbietern kennen (nennen wir beispielsweise mal Taleo und eQuest, etc.) – wie gewohnt schwer zu verstehen sein, dass die HR-Uhren hier eben anders ticken.

Für XING wird diese Nachricht ein Ansporn sein, seine Marktführerschaft in Deutschland weiter auszubauen, während sich die Amerikaner eine neue Deutschland Strategie ausdenken müssen.

Alles Gute weiterhin, Kai!