Alle HR-Welt spricht über mobile Recruiting, aber kein Bewerber geht hin! Das besagen zumindest die Ergebnisse der neuen Umfrage von softgarden und der Hochschule Heilbronn. Die meisten (65%) der 1.200 Befragten Jobsuchenden können sich nicht vorstellen, sich per Smartphone zu bewerben. Das machen sie lieber am PC.

Das kann ich mir auch ganz gut vorstellen. Ich weiß ja nicht, wie die Frage an die potenziellen Kandidaten gestellt wurde, aber als deutscher Otto-Normal-Bewerber, der nicht gerade auf den HR-Blogs unserer netten Bloggerrunde herumturnt, würde ich auf diese Frage auch erst einmal antworten, dass ich meine Bewerbung lieber am PC vorbereite.

Ist ja ganz klar: Als Otto-Normal-Bewerber gehe ich davon aus, dass meine Bewerbung – egal in welcher Form – einen Lebenslauf, ein Anschreiben und nach Möglichkeit alle verfügbaren Zeugnisse (da hatte mich doch tatsächlich Anfang des Jahres ein ganz “moderner” Personaler sogar nach meinem Abizeugnis gefragt, und das nach 10 Jahren Berufserfahrung…) enthalten. Den ganzen Krempel will ich natürlich nicht an meinem Smartphone bearbeiten, koordinieren, hochladen und versenden. Logisch, oder?

Was Otto-Normal-Bewerber nämlich nicht weiß ist, dass es heutzutage einige – zugegebenermaßen sehr wenigeUnternehmen gibt, die beim mobilen Bewerbungsprozess lediglich den Link zu einem Online-Karriere-Profil verlangen oder eine Telefonnummer.

Wurde das in der Umfrage berücksichtigt? Wie wurde die Frage gestellt? Das würde mich konkret interessieren.

Jedoch muss ich auch sagen, dass z.B. in Frankreich von einem Personaldienstleister berichtet wurde, dass die Online-Kandidaten den Online-Apply Button von Viadeo (das XING Frankreichs) regelrecht verschmäht hatten und sich lieber per Lebenslauf beworben haben.

Was schließen wir daraus: Entweder es ist zu aufwendig, sein Online Profil auf dem neuesten Stand zu halten oder gar erst eines anzulegen oder aber die mobile Bewerbung per Netzwerk-Profil oder Lebenslauf in einem Cloud-Speicherdienst setzt sich nicht durch, da immer noch zu aufwendig und zu “fisselig” – der Punkt hat was, selbst ich mit meinen kleinen Fingern ärgere mich über das Tippen am Telefon selbst bei kurzen Nachrichten…

Neue Modelle und Best Practices müssen also her. Das Beispiel von der Allianz mit der Eingabe der Telefonnummer und der relevanten Berufsferahrung als ersten Teaser für den Recruiter finde ich gut. Geht natürlich (noch) nicht bei allen Stellen, sonst bimmelt’s alle naslang.