Während wir uns Gedanken zu BranchOut, BraveNewTalent, dem LinkedIn Apply Button (der letzten Endes doch eher dürftig aussieht) und der Zukunft von Stellenbörsen im Allgemeinen machen, launcht Monster seelenruhig eine Facebook-App, die sich gerade wie ein Virus auf den Pinnwänden des derzeit größten Social Networks verbreitet: BeKnown.

Während ich anfangs noch dachte, dass hier mal wieder irgendein Start-Up mit einer ach-so-tollen App im Personalbereich auf den Markt drängen möchte, wurde ich beim zweiten Hinsehen etwas neugieriger. Da bemerkte ich dann auch, dass die App von Monster kam, da mir beim Importieren von Businessdaten sowohl ein LinkedIn als auch ein Monster Import angeboten wurde. Schöne Sache, da ich ja nicht zum 500. Mal meine kompletten Daten, Kompetenzen, Arbeitgeber und Stellentitel eingeben möchte.

Was ich gut finde ist, dass ich meine privaten Aktivitäten auf Facebook vor den Personalern abschirmen kann (und damit wird eine Parallele zu BranchOut und BraveNewTalent deutlich). Dazu kann ich ein separates Bewerbungsfoto hochladen – das ist ein neuer Schritt, denn bei den vorab genannten Apps ist dies nicht möglich. Bravo zur Innovation!

Auf Personalerseite ist als positiv anzumerken, dass die auf Monster geschalteten Jobs nun auch den Nutzern dieser App kostenfrei vor die Nase gesetzt werden. Also eine weitere virale und “social” Verbreitung der Stellenangebote für Monsterkunden. Obwohl: Wenn ich es richtig verstanden habe (und ich bin mir sicher, dass mich Monster hier freundlicherweise korrigieren wird, wenn ich falsch liege – Update folgt dann selbstverständlich!), können auch Nicht-Monsterkunden ihre Jobs posten. Wenn die Jobs dem eigenen Netzwerk des ersten und zweiten Grades (also meine Freunde und die Freunde meiner Freunde) angezeigt werden sollen, ist die Veröffentlichung kostenfrei. Soll das Ganze weitergehen, kostet’s. (Wieviel eigentlich?)

Da Monster ein internationales Jobbörsen Netzwerk ist, wurde die Applikation auch gleich in 19 Sprachen für 35 Länder herausgebracht. Damit werden natürlich die bisherigen Apps in den Schatten gestellt, die meistens ausschließlich englisch können.

Jim Stroud von der Recruiter’s Lounge hat einen sehr guten Blogpost zum Thema verfasst, den ich allen sehr empfehle, die mehr zu den Funktionalitäten erfahren möchten. So sollen zum Beispiel auch Unternehmensprofile mittels BeKnown zu managen sein.

Leicht kritische Stimmen kommen aus Großbritannien von Don Sumners und Matt Alder, wobei die für die britische Bloggersphäre sogar eher positiv klingen.

Jim Stroud berichtet ebenfalls von einer “Referral” Option, die in den kommenden Monaten gestartet werden soll. Sprich: Mitarbeiterempfehlung, die es den Facebook Nutzern erlaubt, ein paar Euro zu verdienen, wenn sie den richtigen Kandidaten empfehlen. Bei dem Potenzial und der Viralität, die Facebook bietet, ein toller Anreiz für die Netzwerker, die gerne ihr Einkommen aufbessern möchten. Damit wäre BeKnown eine tolle App, um “Fans” zu gewinnen, ohne mit einem Gewinnspiel zu locken.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt!