Bevor sich an diesem Wochenende Frankreich, Deutschland und die Schweiz in den gegönnten Weihnachtsurlaub verabschieden, möchte ich das Jahr 2011 Revue passieren lassen – natürlich im Hinblick auf das Online Recruiting und Social Media Recruiting. Im heutigen ersten Teil kommentiere ich das Geschehen einiger namhafter Jobbörsen im In- und Ausland.

Der deutsche Jobbörsenmarkt hat sich im Jahre 2011 nicht großartig verändert. Wer sich ein generelles Bild vom deutschen Markt machen möchte, sollte meinen Artikel auf Felix Wetzels Blog lesen (in englischer Sprache).

Etwas still in diesem Jahr war es bei den Stellenbörsen stellenanzeigen.de und StepStone.de. Während stellenanzeigen.de’s letzte “große” Neuigkeit darin bestand, vor einem Jahr den Geschäftsführerwechsel anzukündigen, wurde es um die Münchner Jobbörse ruhig. Gehen wir davon aus, dass in diesem Fall “no news = good news” sind und warten ab, was 2012 bringen wird.

Bei StepStone wurde im Juli das Management ausgebaut: Der Geschäftsführer Frank Hensgens ging, die Spitze um zwei Weitere verstärkt. Unerwähnt blieb, dass sich seit Juli/August auch die Agency-Team-Spitze zwei Mal verändert hat. Ansonsten darf man auch hier auf das neue Jahr gespannt sein, denn dann geht die neue Marketingkampagne so richtig los.

Monster hat ebenfalls einen Managementwechsel vollzogen. Über einen Zeitraum von etwas mehr als zwei Monaten wurde Monster von einer Interim-Geschäftsführung geleitet. Auch im Marketing gab es einen plötzlichen Wechsel. Anfang Mai stand das neue Führungsteam und ähnlich wie bei StepStone – obwohl letztere dies erst im Juli ankündigten – gab es auch hier ein Dreigestirn. Kurz darauf machte Monster Furore im Markt, als die Netzwerk-im-Netzwerk App BeKnown gelauncht wurde. Einige Tage später reagierte LinkedIn, dessen API (neben der von Facebook) von Monster zur Ausbreitung von BeKnown verwendet wurde, und machte den Zugang dicht.

Jobware verfolgte seinen Weg und ging weitere strategische Kooperationen ein. Ein Highlight ist die XING-Jobware Kooperation, die es offiziell ja irgendwie gar nicht gibt (jedenfalls wurde dies nie öffentlich kommuniziert).

Die Übernahme des Jahres fand kurz vor der Zukunft Personal statt: Careerbuilder übernimmt JobScout24. Ende 2010 gab es zunächst einen neuen Geschäftsführer, im Februar 2011 machten die Schweizer vor, was ich bereits als Zukunft für die deutschen JobScouties gesehen hatte (auch wenn die Schweizer und deutschen Scouties nichts direkt miteinander gemein haben außer dem Namen): Jobs.ch übernimmt die Auftragskunden von JobScout24.ch sowie die gesamte Kaderbörse Topjobs.ch von der Schweizer Scout24-Gruppe. Sprich: Eine am Markt bekannte und erfolgreiche Stellenbörse übernimmt JobScout24.ch. Im Falle der Übernahme von JobScout24.de durch Careerbuilder.de wird das kommende Jahr besonders interessant, da Careerbuilder bisher in Deutschland nicht viele Blumentöpfe gewinnen konnte und JobScout24 mit Aktionen wie dem Groupon-Deal auch eher bittstellerisch rüberkommt. Da Deutschland jedoch in der Europa-Strategie von Careerbuilder Augen ein lohnenswerter Markt ist, erwarte ich einiges und hoffe, dass wir nicht enttäuscht werden.

Ein kurzer Überblick über Jobbörsen und Online Recruitment in anderen Ländern:

Bleiben Sie dran für den zweiten des Jahresrückblicks, in dem es um soziale und Business Netzwerke gehen wird.