Nach dem Jahresrückblick Online Recruiting 2011 – Teil I, in dem es um Online Stellenbörsen ging, folgt nun der zweite Streich zum Thema Social Media Recruiting:

Business und Soziale Netzwerke
Der Renner war hier natürlich die Eröffnung des ersten deutschen LinkedIn-Büros in München unter der Leitung von Kai Deininger. Zuvor hatte LI in den USA einen phänomenalen Börsenstart hingelegt. Seitdem wird kräftig an Innovationen gefeilt (z.B. der Apply-Button, der ja den Lebenslauf in Rente schicken soll…), an Integrationen mit ATS-Anbietern gearbeitet und Tech-Firmen eingekauft, um Anlegern und Nutzern immer Neues zu bieten.

Nichtsdestotrotz lässt sich XING vom “blauen Riesen” nichts vormachen: Bisher sind die Nutzerzahlen in Deutschland recht stabil, die Umsatzergebnisse stiegen auch im dritten Quartal 2011 an – und um hier beim Thema zu bleiben: vor allem im Bereich Recruiting-Lösungen, also der Sparte, die LinkedIn am deutschen Markt beackern möchte.

Facebook bietet nach wie vor keine eigenständige Recruiting- oder Hiring-Solution an. Gerüchte besagten, dass an einer LinkedIn-Facebook Kooperation gearbeitet würde. Bestätigt wurde bislang nichts in dieser Richtung. Nach wie vor wird Facebook sehr gerne für das Personalmarketing, zur direkten Bewerberansprache und für Employer Branding Maßnahmen eingesetzt. In der Zwischenzeit wurde in den USA wurde eine Kooperation mit dem Department of Labour (DOL) eingegangen, um Vakanzen zu promoten.

Budget gibt es in unseren Breiten für Social Media Recruiting so gut wie gar nicht: In meiner kürzlich veröffentlichten Social Media Recruiting Studie waren die Antworten auf die Frage nach einem speziellen Social Recruiting Budget ernüchternd: Kein Budget!
Aber kein Grund zur Panik: Das kann noch werden, auch wenn böse (oder realistische) Zungen bereits das Ende des Social Media-Hype eingeläutet haben. HR ist ja immer ein wenig “hinten dran”, sodass hier noch Potenzial liegt: sowohl für Dienstleister als auch Unternehmen, die auf diesem Wege Personal suchen.

Das Netzwerk im Netzwerk
Seit knapp einem Jahr haben Entwickler so genannte “Netzwerk-im-Netzwerk” Applikationen für Facebook programmiert und in die virtuelle Umlaufbahn katapultiert. Den Auftakt bildete, wenn ich mich recht entsinne, der britische Anbieter Brave New Talent. Weitere Apps dieser Art sprossen hervor, darunter nennenswert sind BranchOut, Monsters BeKnown und Talent.me.

Der gewinnbringende Nutzen dieser Spielereien ist für mich noch immer nicht schlüssig. Dennoch wird kräftig in diese “Innovationen” investiert. Im Oktober schlossen sich Careerbuilder und BranchOut zusammen: Jobsuchende, die ein BranchOut Profil haben, können nun direkt sehen, welche ihrer Kontakte ihres (erweiterten) Netzwerks sie in dem Personal suchenden Unternehmen mit Fragen zur Stelle oder zu der Firma anschreiben können. Damit haben sowohl Monster als auch Careerbuilder einen Fuß in der Facebook-Tür.

Brave New Talent kann sich im nächsten Jahr über die tatkräftige Hilfe des neuen Strategen Master Burnett freuen.

Im nächsten Post geht es schließlich um die aufkeimenden Trends im, sagen wir mal, “virtuellen” Recruitment. Schauen Sie bald wieder hier vorbei.